Wirtschaft

US-Ermittler schlagen Alarm Deutsche Bank und der Iran?

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Hat sie oder hat sie nicht?

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Bei den derzeit herrschenden politischen Spannungen zwischen dem Iran und den USA werden US-Behörden schnell hellhörig. Die britische Bank Standard Chartered bekommt das zu spüren, erst ein Millionen-Bußgeld sorgt für Ruhe. Nun steht offenbar die Deutsche Bank im Verdacht, Transaktionen für iranische Kunden durchgeführt zu haben.

Der Vorwurf der Zins-Manipulation ist noch nicht vom Tisch, da macht die Deutsche Bank schon wieder Schlagzeilen: Die US-Behörden nehmen die Iran-Geschäfte von Deutschlands größtem Geldhaus bis zum Jahr 2008 näher unter die Lupe. Ein entsprechender Bericht der "New York Times" vom Wochenende sorgte für Nervosität unter den Anlegern: Die Deutsche-Bank-Aktie büßte gegen den Gesamtmarkttrend an Wert ein und war zeitweise schwächster Wert im Leitindex Dax.

Die Zeitung hatte unter Berufung auf Justizkreise berichtet, die Deutsche Bank sei zusammen mit anderen internationalen Großbanken ins Visier verschiedener US-Behörden geraten. Es gehe um den Vorwurf, die Institute hätten Milliarden Dollar für den Iran, Sudan und andere sanktionierte Nationen durch ihre US-Filialen geleitet. Dabei gehe es um den Umgang mit iranischen Geldern bis zur Schließung einer Gesetzeslücke in den USA 2008. Die Deutsche Bank erklärte daraufhin, sie wisse nichts von neuen Ermittlungen. Nach eigenen Angaben macht das Institut seit 2007 keine neuen Geschäfte mehr mit dem Iran.

Wie Reuters aus Finanzkreisen erfuhr, haben praktisch alle großen internationalen Banken schon vor Jahren Fragebögen zum Thema Iran bekommen. Anschließend hätten sich die Behörden einige Institute zuerst vorgenommen - etwa die britische Großbank Standard Chartered. Diese hatte sich kürzlich zumindest mit einer US-Behörde, der New Yorker Finanzaufsicht, auf einen Vergleich und die Zahlung von 340 Mio. Dollar geeinigt. Ähnliche Vergleiche hatte es in der Vergangenheit schon mit anderen Geldhäusern gegeben. Nun sind den Kreisen zufolge noch vier europäische Häuser übrig, die durchleuchtet würden, darunter die Deutsche Bank. Konkrete Anhaltspunkte für Verstöße gebe es bislang aber nicht.

Einige Experten sind dennoch skeptisch. "Derzeit ist es zwar unmöglich abzuschätzen, ob die Deutsche Bank gegen US-Recht verstoßen hat", schrieb Silvia-Quandt-Analyst Christian Muschick in einer Kurzstudie. Er gehe aber davon aus, dass die Deutsche Bank versuchen werde, das Problem so schnell wie möglich vom Tisch zu bekommen - wahrscheinlich ebenfalls über einen Vergleich in dreistelliger Millionenhöhe. Summen in dieser Größenordnung hat die Bank schon in anderen Fällen gezahlt, um Rechtsstreitigkeiten zu den Akten zu legen.

Quelle: ntv.de, rts

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