Wirtschaft

Zitter-Auktion in der Eurozone Italien testet den Bond-Markt

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(Foto: REUTERS)

Der Zeitpunkt erscheint nicht besonders günstig: Wenige Stunden vor Beginn des großen EU-Gipfels in Brüssel wagt sich Italien mit neuen Schuldscheinen an den Kapitalmarkt. Für Rom verläuft das Wagnis besser als befürchtet.

Das hochverschuldete Euro-Land Italien hat sich abermals zu günstigeren Konditionen frisches Kapital beschaffen können. Die Nachfrage blieb allerdings etwas hinter den Erwartungen zurück.

Mit insgesamt vier Staatsanleihen besorgte sich die drittgrößte Euro-Wirtschaft rund 7,5 Mrd. Euro, wie die nationale Notenbank Banca d'Italia mitteilte. Damit lag die Kapitalaufnahme etwas unter dem angestrebten Höchstbetrag von acht Milliarden Euro.

Eines der Papiere, eine Staatsanleihe mit einer Laufzeit über zehn Jahre, spülte dem italienischen Staat 2 Mrd. Euro in die Kasse. Wichtigstes Ergebnis: Im Vergleich zu einer entsprechenden Auktion im Dezember sank die zu zahlende Rendite fast um einen ganzen Prozentpunkt auf 6,08 Prozent. Die Nachfrage blieb mit einer Überzeichnung von 1,42 (Dezember: 1,36) robust.

Mit einem fünfjährigen Papier nahm der italienische Staat hingegen nur 3,57 Mrd. Euro anstatt der geplanten 4 Mrd. Euro auf. Die Rendite sank aber auch hier kräftig von 6,47 Prozent im Dezember auf 5,39 Prozent.

Mit zwei weiteren Anleihen konnte sich Italien insgesamt mit weiteren 1,9 Mrd. Euro an frischen Krediten versorgen. Die eingesetzten Papiere - zwei sogenannte "Off-the-run-Bonds" - laufen bis 2016 und 2021.

Die Auktion galt als entscheidender Probelauf für die Nachfrage nach längerlaufenden italienischen Bonds und damit für das Vertrauen der Investoren in die Eurozone insgesamt. Erst am Freitag hatte die Ratingagntur Fitch Italien um zwei Stufen auf "A-" herabgestuft.

Quelle: ntv.de, dpa/rts