Wirtschaft
In Deutschland gehen die Kalibestände in mittelbarer Zukunft zur Neige.
In Deutschland gehen die Kalibestände in mittelbarer Zukunft zur Neige.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 02. Dezember 2013

Geld für die Zukunft: K+S sammelt Milliarde ein

Hinter den K+S-Anlegern liegen aufwühlende Monate. Nun scheint der Dax-Konzern wieder in ruhiges Fahrwasser zu kommen, das Kali-Unternehmen besorgt sich am Kapitalmarkt erfolgreich frisches Kapital. Es soll nach Saskatchewan fließen.

Mit der Ausgabe von fünf- und achtjährigen Anleihen hat sich der Düngemittelhersteller K+S am Kapitalmarkt insgesamt eine Milliarde Euro geliehen. Das Geld will der Kasseler Konzern unter anderem in ein geplantes Bergwerk in der kanadischen Provinz Saskatchewan stecken, wo Kali gefördert werden soll. Das Projekt ist wichtig, weil die Kali-Vorkommen in den K+S-Minen in Deutschland in wenigen Jahrzehnten ausgebeutet sind. Das mit den Anleihen eingenommene Geld soll auch verwendet werden, um bestehende Kredite abzulösen, wie der Dax-Konzern mitteilte.

Beide Papiere haben ein Volumen von je 500 Millionen Euro. Der fünfjährige Bond hat einen Kupon von 3,125 Prozent und eine Rendite von 3,174 Prozent. Die achtjährige Anleihe wird mit 4,125 Prozent verzinst und rentiert mit 4,194 Prozent. "Die schnelle und erfolgreiche Platzierung der beiden Anleihen gewährleistet langfristige Finanzierungssicherheit und zeigt das Vertrauen des Kapitalmarkts in die nachhaltige Ertragskraft der K+S-Gruppe", sagte Finanzvorstand Burkhard Lohr. Mit der Emission nutze das Unternehmen auch das günstige Umfeld auf dem Kapitalmarkt.

Viele Konzerne können sich zurzeit vergleichsweise günstig verschulden, weil die Notenbanken der USA und der Euro-Zone eine ultralockere Geldpolitik verfolgen und Investoren händeringend nach Anlagemöglichkeiten suchen.

Balsam für die Anleger

K+S hat sich angesichts der Kaufzurückhaltung bei vielen Kunden und eines scharfen Preisverfalls im Kali-Markt in diesem Jahr ein Sparprogramm auferlegt. Der Dax-Konzern hatte seine Prognose für das laufende und das kommende Jahr gekappt und schließt auch einen Stellenabbau nicht aus.

Die Ratingagentur S&P senkte kürzlich die Bonitätsnote des Konzerns um eine Stufe auf "BBB". Die Konkurrenzagentur Moody's hatte ihr Rating sogar um zwei Stufen auf das Ramschniveau "Ba1" heruntergestuft. Moody's begründete dies unter anderem mit einem drohenden Preisverfall von Kali-Dünger nach dem Platzen des russisch-weißrussischen Exportbündnisses BPC.

Dadurch war der Aktienkurs von K+S zeitweise um mehr als 40 Prozent gefallen. Zeitweise war sogar der Platz im Dax in Gefahr. Mittlerweile hat sich die Situation um die Aktie etwas beruhigt, der Kurs konnte wieder zulegen. Zum Wochenstart hatte das Papier mehr als 2 Prozent zugelegt und liegt deutlich über 21 Euro.

Quelle: n-tv.de