Palantir hebt Umsatzprognose anKI-Boom und Iran-Verhandlungen geben Wall Street Rückenwind

US-Anleger setzen Hoffnung in eine baldige Einigung im Nahost-Konflikt, was den Ölpreis drückt. Der KI-Boom beschert Palantir den größten prozentualen Tagesgewinn seit Februar 2024. Insgesamt verläuft die Berichtssaison in den USA laut Finanzexperten robust.
Starke Quartalszahlen von KI-Profiteuren und die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg haben der Wall Street am Dienstag Rekordstände beschert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 1,7 Prozent auf 54.085 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 1,8 Prozent auf 7736 Zähler vor. Beide Indizes schlossen damit so hoch wie nie zuvor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um 2,6 Prozent auf 26.584 Punkte.
Im Fokus der Anleger standen Unternehmen, die vom Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI) profitieren. Die Aktien von Palantir schossen um fast 30 Prozent in die Höhe und verzeichneten den größten prozentualen Tagesgewinn seit Februar 2024. Der Datenanalyse-Spezialist hatte zuvor seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben.
Auch Caterpillar legten deutlich zu. Der Baumaschinenhersteller, der als Barometer für die weltweite Industrie gilt, profitierte von der starken Nachfrage nach Ausrüstung für den Bau von KI-Rechenzentren und schraubte ebenfalls seine Erwartungen nach oben. Allein die Kursgewinne von Caterpillar bescherten dem Dow ein Plus von mehr als 300 Punkten. Chipwerte waren ebenfalls gefragt: Der Branchenindex Philadelphia Semiconductor stieg um fast sieben Prozent.
Für zusätzliche Erleichterung am Aktienmarkt sorgten sinkende Ölpreise und rückläufige Renditen bei US-Staatsanleihen. Rohöl verbilligte sich um etwa fünf Prozent. Hintergrund waren Aussagen eines katarischen Regierungsvertreters über anhaltende diplomatische Bemühungen im Iran-Konflikt. US-Finanzminister Scott Bessent stellte zudem in Aussicht, dass ein Abkommen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus innerhalb der nächsten zwei Tage zustande kommen könnte.
Der Preisrückgang beim Öl dämpfte zugleich die Erwartungen an eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im September. "Ich spüre nicht eine Unze Skepsis unter den Anlegern, weder beim Öl noch bei den Zinsen oder den Aktien", sagte Jack Ablin, Chefstratege bei Cresset Capital Management. Dabei seien die Quartalszahlen zwar eine großartige Nachricht, es sei aber fraglich, ob eine Handvoll Berichte neue Rekorde beim S&P 500 rechtfertigten.
Insgesamt verläuft die Berichtssaison in den USA bislang robust. Von den 304 Unternehmen im S&P 500, die bis Freitag ihre Bücher geöffnet hatten, übertrafen nach LSEG-Daten 85,2 Prozent die Erwartungen der Analysten. Der langfristige Durchschnitt liegt bei 67,5 Prozent.
Nach Börsenschluss warteten Anleger auf die erste Bilanz des Raumfahrtunternehmens SpaceX seit dessen Börsengang. Die Aktien legten im Vorfeld zu. Papiere von McDonald's stiegen trotz enttäuschender Ergebnisse und Pfizer verbuchte nach positiven Zahlen ebenfalls Gewinne. Konjunkturdaten zeigten derweil einen Rückgang der offenen Stellen in den USA im Juni. Ein Anstieg bei den Neueinstellungen und eine geringe Zahl an Entlassungen deuteten jedoch auf einen weiterhin stabilen Arbeitsmarkt hin.