Wirtschaft
60 Tonnen schwerer Exportschlager mit Kanone: An Ersatzteilen und Upgrades des Leopard 2 kann KMW jahrzehntelang verdienen.
60 Tonnen schwerer Exportschlager mit Kanone: An Ersatzteilen und Upgrades des Leopard 2 kann KMW jahrzehntelang verdienen.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 18. April 2013

Vorbereitungen für den großen Krieg?: Katar bestellt deutsche Panzer

Die Münchner Waffenschmiede Krauss-Maffei Wegmann bestätigt einen ganz besonderen Exporterfolg: Ein kleiner, finanzstarker Golfstaat erteilt den Deutschen einen Großauftrag. Das Emirat Katar kauft in Deutschland Kampfpanzer und hochmoderne Panzerhaubitzen. Die Konkurrenz aus Frankreich geht leer aus.

Hightech-Waffe aus Deutschland: Die Panzerhaubitze 2000 schießt bis zu 40 Kilometer weit.
Hightech-Waffe aus Deutschland: Die Panzerhaubitze 2000 schießt bis zu 40 Kilometer weit.(Foto: picture alliance / dpa)

Der deutsche Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) hat sich mit einem milliardenschweren Auftrag für die Lieferung von Kampfpanzern in das Emirat Katar gegen die Konkurrenz aus Frankreich durchgesetzt.

Das Wüstenemirat habe 62 Panzer vom Typ "Leopard 2" und 24 Artilleriepanzer vom Typ "Panzerhaubitze 2000" bestellt, teilte das Unternehmen mit. KMW bestätigte damit entsprechende Gerüchte, die seit dem Morgen im Umlauf waren. Das Gesamtvolumen des Auftrags, der auch Zubehör und Ausbildungseinrichtungen umfasse, beläuft sich nach Unternehmensangaben auf 1,89 Mrd. Euro.

Nach Informationen aus Branchenkreisen setzten sich die Münchner damit gegen die französische Konkurrenz durch. Bislang stützen sich die Streitkräfte von Katar bei der Ausstattung der katarischen Panzertruppen auf Panzer aus französischer und südafrikanischer Produktion. Sie stammen zum Teil noch aus den 1980er Jahren und gelten inzwischen als veraltet. Die ausgemusterten Panzer und Geschütze würden verschrottet, erklärte KMW.

An der Börse kam der Großauftrag gut an: Die Aktien von Rheinmetall legten nach Bekanntwerden des Geschäfts deutlich zu. Die Titel zählten mit Kursgewinnen von zeitweise deutlich mehr als 3 Prozent zu den größten Gewinnern im MDax. Rheinmetall ist Kooperationspartner von KMW ist am Bau des Leopard 2 beteiligt.

Material für den Krieg am Golf?

"Wenn Katar so viele Panzer bestellt, können daraus noch Folgeaufträge resultieren", sagte ein Händler. Zudem gelte das Emirat spendabler als andere Länder, die ihre Rüstungsausgaben eher zurückschraubten.

Mit der Modernisierung seiner Panzer- und Artillerie-Kapazitäten wolle das auf einer Halbinsel im Persischen Golf liegende Emirat seine Verteidigungsfähigkeiten für den Fall eines Konflikts zwischen dem Iran und den USA stärken, hieß es aus Rüstungskreisen.

Berichten zufolge interessiert sich auch das Nachbarland Saudi-Arabien für Waffen aus Deutschland. Das Königreich will sich demnach auch neue KMW-Panzer zulegen. Kritiker sehen das angebliche Vorhaben mit Verweis auf die Menschenrechtslage am Golf skeptisch.

Erste Hinweise aus Katar auf ein konkretes Interesse an deutscher Waffentechnik kamen bereits im vergangenen Sommer auf. Das Wüstenemirat Katar sei an Leopard-Panzern interessiert, hieß es damals. Die Bundesregierung hielt sich zu dem möglichen Milliardengeschäft der Rüstungsexportindustrie zunächst bedeckt.

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Quelle: n-tv.de