Wirtschaft

Blick auf Russland gerichtet KfW sorgt sich um Kapitalabfluss

Die Ukraine-Krise ist auch ein wichtiges Thema bei der KfW. Bei der staatlichen Förderbank schaut man mit Argwohn auf die Kapitalflucht aus Russland. Die KfW vermeldet zudem eine Gewinnhalbierung für 2013.

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(Foto: dpa)

Die Förderbank KfW ist mit Blick auf den russischen Kapitalsektor vorsichtig. "Die Kapitalabflüsse in Russland machen un s Sorgen", sagte Risikovorstand Bernd Loewen. Diese könnten aber kompensiert werden, etwa durch die hohen Devisenreserven des Landes. Im Bankensektor sieht Loewen in Russland "kapitaltechnisch keine wesentlichen Probleme".

Die KfW hält auch in der jetzigen Krisensituation an der Finanzierung des Liefer- und Leistungsaustauschs in Russland fest. Dieser Austausch ist von den EU-Sanktionen explizit ausgenommen, wie Loewen betonte.

Die staatliche Förderbank hatte im vergangenen Jahr in Russland ein Nettoexposure in Höhe von 200 Millionen Euro. In der Ukraine waren es 40 Millionen Euro. "Wir sind seit Jahren sehr konservativ in der Kreditvergabe in der Ukraine", sagte Loewen. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, in der Ostukraine Spannungen zu schüren.

Die Frage, ob die Ukraine vor dem Bankrott steht, wollte Loewen nicht beantworten. Die KfW gebe interne Analysen zu den Ländern nicht heraus. "Wichtig ist, dass der Staat liquide und solvent bleiben muss", sagte er. Zudem liege mehr als ein Drittel des Kapitals ukrainischer Banken bei ausländischen Instituten, darunter russische, französische und österreichische Banken. Entscheidend sei eine weiterhin funktionierende Kreditschöpfung, sagte Loewen.

Wertberichtigungen belasten Ergebnis

Der Gewinn der KfW hat sich im vergangenen Jahr wie angekündigt auf 1,3 Milliarden Euro nahezu halbiert. Die Bank hatte sich zuvor in einem Umfeld historisch niedriger Zinsen besonders günstig refinanzieren können. Während das Zinsergebnis im Jahr 2012 wegen der außergewöhnlichen Entwicklung der Zinsstruktur mit einem Rekordwert von 3,5 Milliarden Euro abgeschlossen hatte, waren es 2013 knapp 3 Milliarden Euro. Belastend wirkten sich auch Wertberichtigungen auf das Ergebnis aus. Die KfW hat ein großes Schiffsportfolio. Trotz einiger Lichtblicke befindet sich die Handelsschifffahrt weiter in der Krise.

Die Förderzusagen der KfW sind im vergangenen Jahr auf ein Gesamtvolumen von 72,5 Milliarden Euro gefallen. Im Vorjahr betrugen sie 73,4 Milliarden Euro. Das ausländische Geschäftsvolumen stieg mit 20,5 Milliarden Euro um 4 Prozent. Zu diesem Wachstum trugen die Export- und Projektfinanzierung, der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank sowie die Tochtergesellschaft DEG bei.

Quelle: ntv.de, wne/DJ