Wirtschaft

USA kürzen die Zuschüsse Klinikkäufe treiben Fresenius

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(Foto: picture alliance / dpa)

Beim Gesundheitskonzern Fresenius zahlt sich der Kauf der zahlreicher Krankenhäuser von Rhön-Klinikum aus. Gegenwind bekommt dagegen der weltgrößte Dialysekonzern Fresenius Medical Care zu spüren. An ihren Zielen hält die Tochter aber fest.

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat dank der Übernahme zahlreicher Krankenhäuser von Rhön-Klinikum deutlich mehr umgesetzt. Die Erlöse kletterten im dritten Quartal um 18 Prozent auf sechs Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn stieg um vier Prozent auf 281 Millionen Euro. Beide Kennzahlen fielen etwas besser aus als von Analysten erwartet. Gegenwind gibt dagegen dafür für die Dialyse-Tochter FMC und die Sparte Kabi, die auf flüssige Nachahmermedikamente spezialisiert ist.

Fresenius-Chef Ulf Schneider bekräftigte die bisherigen Ziele. Der Umsatz soll im Gesamtjahr währungsbereinigt um 14 bis 16 Prozent steigen und der bereinigte Gewinn um zwei bis fünf Prozent. Fresenius hat Anfang des Jahres für rund drei Milliarden Euro zahlreiche Rhön-Krankenhäuser geschluckt und ist damit zum mit Abstand größten Klinikbetreiber in Deutschland aufgestiegen.

FMC steigert Wachstumstempo

Die FMC-Sparte Kabi litt dagegen zuletzt unter dem rückläufigen Einsatz des Blutplasma-Ersatzstoffs HES. Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) hat im dritten Quartal Umsatz und operatives Ergebnis gesteigert und dabei das Wachstumstempo kräftig erhöht. Profitiert haben die Bad Homburger sowohl von Zukäufen als auch von Einsparungen. Der Konzern muss sich seit geraumer Zeit auf seinem wichtigen Markt USA mit Kürzungen im US-Haushalt und bei der Dialysevergütung für staatlich versicherte Patienten auseinandersetzen, was die Gewinnmarge (Ebit) bei FMC belastet. Mit einem Sparprogramm steuert der Konzern aber inzwischen dagegen.

In den Monaten Juli bis September legten die Erlöse um zwölf Prozent auf 4,1 Milliarden US-Dollar zu. Das operative Ergebnis (Ebit) erreichte einen Zuwachs um sechs Prozent auf 590 Millionen Dollar. Unter dem Strich und bereinigt verdiente FMC mit 271 Millionen Dollar knapp ein Prozent weniger als im Vorjahr. Amerika bezahlt seit April 2013 zwei Prozent weniger für die Behandlung von staatlich krankenversicherten Dialysepatienten, die den Großteil der FMC-Kundschaft ausmachen. Konzernchef Rice Powell hat deshalb ein Sparprogramm aufgelegt, mit dem die Kosten 2014 um bis zu 60 Millionen Dollar gedrückt werden sollen. Mit Umsatz und operativem Gewinn lag das Unternehmen über den Analystenerwartungen, der Nettogewinn traf die Schätzungen.

Umsatzverdoppelung bis 2020

Der Konzern sieht sich nach dem starken Quartal auch auf Kurs, seine Jahresziele zu erfüllen. Im Gesamtjahr rechnet FMC mit einem Umsatz von rund 15,2 Milliarden Dollar, was vier Prozent mehr als im Vorjahr wären. Darin noch nicht enthalten sind zusätzliche Erlöse aus den jüngsten Akquisitionen von 500 Millionen Dollar. Darunter fallen etwa das Ende Juni für 600 Millionen Dollar mehrheitlich übernommene US-Ärztenetzwerk Sound Inpatients Physicians und der Kauf von 14 ambulanten Nofallkliniken in Illinois und Texas, die Medspring Urgent Care Centers, für 100 Millionen Dollar.

FMC hatte sich Anfang 2014 das Ziel gesetzt, seinen Umsatz bis 2020 auf 28 Milliarden Dollar nahezu zu verdoppeln. Erreicht werden soll dies unter anderem durch eine umfassendere Patientenbetreuung. Geplant ist der Ausbau des Geschäftsfeldes "Care Coordination" (medizinische Dienstleistungen rund um das Kerngeschäft mit der Blutwäsche). Mit den jüngsten Zukäufen ist dafür die Basis gelegt worden. Damit will sich FMC auch unabhängiger vom engen Korsett der rückläufigen Dialyseerstattungen machen.

Das auf die Anteilseigner von FMC entfallene Konzernergebnis soll 2014 zwischen 1 Milliarde und 1,05 Milliarden Dollar landen, nach 1,11 Milliarden Dollar im Vorjahr. Mögliche Kosteneinsparungen aus dem laufenden Effizienzsteigerungsprogramm, die FMC auf bis zu 60 Millionen Dollar für 2014 veranschlagt hat, sind darin noch nicht berücksichtigt. Bis 2017 will FMC jährlich rund 300 Millionen Dollar einsparen.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ/rts

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