Wirtschaft

Nun ganz Konzernboss Koch fordert Bundesregierung

Roland Koch nimmt seine Rolle als Unternehmenschef an und sendet Forderungen an die Politik. In seiner Eigenschaft als Bilfinger-Berger-Chef verlangt der Ex-Ministerpräsident von Hessen von der Bundesregierung einen besseren Schutz deutscher Firmen vor Übernahmen. Er verlangt ein Pflichtangebot auch bei Erreichen von 50 Prozent.

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Roland Koch ist bei Bilfinger Berger angekommen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der neue Chef des Dienstleistungs- und Baukonzerns Bilfinger Berger, Roland Koch, fordert von der Bundesregierung einen besseren Schutz deutscher Unternehmen vor Übernahmen. "Es ist leichter, in Deutschland ein Unternehmen feindlich zu übernehmen als in anderen europäischen Ländern", sagte der ehemalige hessische Ministerpräsident der "Wirtschaftswoche". Er verwies auf die feindliche Übernahme des Konkurrenten Hochtief durch den spanischen Bau-Riesen ACS.

"Anderswo muss ein Großaktionär nicht nur nach Erreichen der 30-Prozent-Grenze, sondern auch bei 50 Prozent ein Pflichtangebot vorlegen", sagte Koch: "Das sollten wir auch in Deutschland einführen." Er werde sich in der CDU dafür einsetzen. Koch steht seit Anfang Juli an der Spitze von Bilfinger Berger.

Der Manager wies für sein Unternehmen Verantwortung für den Einsturz des Kölner Stadtarchivs zurück. Bilfinger sei Teil einer Arbeitsgemeinschaft (Arge) mit anderen Baufirmen gewesen, sagte Koch. "Wir haben aber keinen Anlass, davon auszugehen, dass die Hauptursache bei den Unternehmen der Arge lag. Klarheit darüber gibt es wahrscheinlich erst 2013." Als 2009 das Stadtarchiv beim U-Bahn-Bau einstürzte und zwei Menschen in den Tod riss, war Bilfinger Berger in die Kritik geraten. Die genaue Einsturzursache steht nach wie vor nicht fest.

Zu Korruptionsvorwürfen gegen die Tochter Julius Berger in Nigeria sagte Koch: "Ich nehme das alles ernst. Aber ich sehe auch, dass viele Anschuldigungen schlicht falsch sind." Er sehe keine Anzeichen dafür, dass es ein systematisches Problem gebe.

Quelle: ntv.de, dpa