Wirtschaft

In eine bessere Zukunft Kodak bekommt zweite Chance

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Kodak darf weitermachen, aber vom Ursprungskonzern ist nicht mehr viel übrig.

(Foto: REUTERS)

131 Jahre US-amerikanische Wirtschaftsgeschichte - und kein Ende: Eastman Kodak kämpft seit Jahrzehnten mit der wachsenden Konkurrenz im Filmgeschäft und verpasst dabei den Siegeszug der Digitalfotografie. Die Insolvenz ist die logische Folge. Aber nun sind die Weichen für einen Neuanfang gestellt.

Eastman Kodak
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Eastman Kodak kann den Insolvenzschutz hinter sich lassen und einen Neubeginn wagen. Richter Allan L. Gropper von einem Insolvenzgericht in Manhattan stimmte dem Sanierungsplan für den Konzern zu. Eastman Kodak kann somit planmäßig am 3. September den Gläubigerschutz verlassen. Kodak will sich künftig auf gewerbliche Verpackungen, Drucker und Dienstleistungen konzentrieren. Die neue Eastman Kodak wird von den Gläubigern kontrolliert, die 85 Prozent des restrukturierten Unternehmens übernehmen.

Neben dem Geschäftsbereich Personalisiertes Imaging, zu dem neben der traditionellen Fotoentwicklung und dem Fotodruck auch Kiosks zum Druck von digitalen Fotos und Erinnerungsfoto-Produkte in Freizeitparks gehören, geht auch die Sparte Document Imaging an ehemalige Mitarbeiter von Eastman Kodak in Großbritannien über. Der Pensionsfonds U.K. Kodak Pension Plan und Eastman Kodak legen damit einen Rechtsstreit bei. Die ehemaligen Mitarbeiter, rund 15.000 insgesamt, wollen Manager für die Fortführung des Geschäfts anheuern und hoffen so noch Geld für ihre Pensionen einzusammeln.

Digitalisierungs-Siegeszug verpasst

Eastman Kodak hatte im Januar 2012 wegen finanzieller Engpässe Gläubigerschutz beantragt. In der Woche zuvor hatte der Fotopionier noch einen umfangreichen Konzernumbau angekündigt, konnte damit das Ruder jedoch nicht mehr herumreißen. Das 131 Jahre alte Unternehmen kämpfte seit Jahrzehnten mit der wachsenden Konkurrenz im Filmgeschäft und hatte den Siegeszug der Digitalfotografie verpasst.

"Der Niedergang und die Insolvenz von Eastman Kodak ist eine Tragödie im amerikanischen Wirtschaftsleben", sagte Richter Gropper und fügte an, dass viele der Schuldner nicht viel von ihrem Geld zurückbekommen hätten und Aktionäre leer ausgegangen seien.

Patente-Verkauf sichert Überleben 

Im Januar hatte das Insolvenzgericht in Manhattan den lange erwarteten Verkauf eines Patentportfolios von Eastman Kodak zum Preis von 527 Millionen US-Dollar abgesegnet. Zwei Monate zuvor hatte sich Kodak mit Gläubigern auf einen Kredit von 830 Millionen Dollar geeinigt. Dieser war aber an die Bedingung geknüpft, dass die Patente für mindestens 500 Millionen verkauft werden.

Die Patente gingen an eine Gruppe von Technologieunternehmen, darunter sind so klingende Namen wie Apple, Microsoft und Google. Es geht um Rechte an bildgebenden Verfahren, wie sie in Digitalkameras, Smartphones und Tablet-Computern zur Anwendung kommen.

Quelle: n-tv.de, DJ/dpa

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