Wirtschaft

Herabstufung und Kurssturz Kodak hat massive Probleme

Mit Eastman Kodak geht es weiter bergab. Der US-amerikanische Fotofilmhersteller wird durch die Ratingagentur Moody's herabgestuft. Vom einstigen Glanz ist kaum noch etwas übriggeblieben. Kodak war durch den Erfolg der Digitalkameras unter Druck geraten, weil der Bedarf nach analogen Fotofilmen immer weiter zurückging.

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Kodak-Verwaltungsgebäude in Stuttgart.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Die Sorgen um die Zukunft des einstigen Erfolgskonzerns Eastman Kodak nehmen dramatisch zu. Die Ratingagentur Moody's stufte die Bonität des Herstellers von Fotofilmen um eine Stufe auf "Caa2" herunter. Moody's geht davon aus, dass Kodak im kommenden Jahr weiterhin mit Geldabflüssen zu kämpfen haben wird. Die Liquidität sei zwar noch gesichert, aber das Finanzprofil werde angesichts einer verhaltenen Nachfrage der Kodak-Kunden schwächer.

Die Herabstufung der Bonität ist nur der letzte Schlag, den der Traditionskonzern zu verkraften hat. Kodak-Aktien notieren auf dem tiefsten Stand seit den 1950er Jahren.

Verstärkt wurden die Sorgen der Investoren zu Wochenbeginn von der Ankündigung des Unternehmens, 160 Millionen US-Dollar aus einer Kreditlinie von 400 Millionen Dollar nutzen zu wollen. Allein dies hatte die Kodak-Aktien zu Wochenbeginn um 25 Prozent abstürzen lassen.

Neuerfindung noch nicht gelungen

Kodak war durch den Erfolg der Digitalkameras unter Druck geraten, weil der Bedarf nach analogen Fotofilmen immer weiter zurückging. Mit zahlreichen Initiativen, so auch der Einführung eigener Digitalkameras, versuchte der US-Konzern sich neu zu erfinden. Derzeit setzt Kodak unter anderem auf Drucker. Die Rückkehr auf die Erfolgsspur ist dem Unternehmen aber noch nicht gelungen.

Die Nutzung der Kreditlinie durch Kodak löste bei Investoren die Furcht aus, dass der Konzern weiterhin seine Finanzbestände anzapfen muss, statt Geld zu verdienen. Dabei benötigt das Unternehmen dringend den finanziellen Spielraum, um seine Restrukturierung abschließen zu können. Seit dem Sommer warten die Investoren auf das Einlösen des Kodak-Versprechens, mit dem Verkauf von Unternehmensteilen die Firmenkasse aufzufüllen. Auch von der Beilegung von Patentstreitigkeiten könnte das Unternehmen profitieren.

Die Nutzung der Kreditlinie lassen die Investoren nun daran zweifeln, dass Kodak seine Versprechen einhalten kann. Dabei hatte das Unternehmen erst im Juli angekündigt, das Jahr mit Barmitteln von 1,6 bis 1,7 Milliarden Dollar zu beenden. Das wäre ein deutlicher Anstieg zu den 957 Millionen Dollar per Ende Juni. Deutsche-Bank-Analyst Chris Whitmore kritisierte, nun sei es höchste Zeit, dass Kodak Unternehmensteile veräußert. Sonst sei das Ziel nicht zu schaffen. Er rechne mit 1,4 Milliarden Dollar Barmitteln zum Jahresende, aber er frage sich inzwischen, ob seine Prognose nicht zu aggressiv sei.

Quelle: n-tv.de, DJ

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23.04.09