Wirtschaft

Nach Behinderten-Äußerung Kritik an GDL-Chef ebbt nicht ab

2014-08-27T104441Z_213102015_GM1EA8R1FWH01_RTRMADP_3_GERMANY-DEUTSCHE-BAHN-STRIKE.JPG1023659891794790373.jpg

Claus Weselsky bereut seine Äußerung.

(Foto: REUTERS)

Laut Claus Weselsky waren Transnet und GDBA zwei Kranke, die das "behinderte Kind" EVG gezeugt haben. Diese Äußerung sorgt für große Empörung. Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL hat sich bereits entschuldigt.

Die Kritik am Vorsitzenden der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, reißt auch nach dessen Entschuldigung für eine als diskriminierend empfundene Formulierung nicht ab. "Die Gewerkschaft sollte sich überlegen, ob jemand mit dieser Geisteshaltung als oberster Repräsentant weiterhin tragbar ist", sagte Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, der "Bild"-Zeitung.

Weselsky entschuldigte für seine die Äußerung, die kranke Menschen diskriminiert. "Ich bedaure, dass ich nicht die richtigen Worte gewählt habe", sagte er. Auf einem Aktionstag der GDL zum aktuellen Tarifkonflikt hatte er am Mittwoch gesagt: "Wenn sich zwei Kranke miteinander ins Bett legen und ein Kind zeugen, da kommt von Beginn an was Behindertes raus." Weselsky wollte nach GDL-Angaben damit ausdrücken, dass durch die Vereinigung der beiden Bahngewerkschaften Transnet und GDBA zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) im Jahr 2010 keine starke Gewerkschaft entstanden sei.

"Wenn sich zwei schwache Gewerkschaften zusammenschließen, wird noch lange keine starke Interessenvertretung daraus. Der GDL und selbstverständlich mir persönlich liegt nichts ferner, als Behinderte in irgendeiner Weise zu diskriminieren", fügte der GDL-Chef hinzu.

Die Bundesgeschäftsführerin des Vereins Lebenshilfe, Jeanne Nicklas-Faust, kritisierte in der "Bild"-Zeitung Weselsky scharf: "Durch solche Äußerungen werden kranke und behinderte Menschen diskriminiert. Außerdem verbreitet er falsche Vorurteile, um damit Stimmung zu machen." Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner sprach im selben Blatt von einer "nicht hinnehmbaren Verunglimpfung behinderter Menschen", die "an die dunklen Zeiten der deutschen Geschichte" erinnere.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

Mehr zum Thema