Wirtschaft

Gewinneinbruch und Dividendenkürzung Kühne + Nagel schockt Anleger

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Konzernchef Lange steht nach dem 7. Mai dem Unternehmen bis zum Ablauf seines Vertrages am 31. Dezember beratend zur Verfügung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Logistikkonzern Kühne + Nagel schafft trotz des schwierigen Marktumfelds ein Umsatzplus 2012. Allerdings sackt gleichzeitig der Gewinn weg. Als Folge daraus fährt das Unternehmen, dessen millionenschwerer Mehrheitsgesellschafter Klaus-Michael Kühne Investor des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV ist, die Dividende zurück. Die Anleger reagieren entsprechend.

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Eine Kartellbuße und die schwache Weltkonjunktur haben sich deutlich auf das Ergebnis des Logistikkonzerns Kühne + Nagel durchgeschlagen. Zwar stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent auf 20,75 Mrd. Franken, der Gewinn sank jedoch um knapp 19 Prozent auf 493 Mio. Franken, wie das Unternehmen mitteilte. Die Dividende für 2012 soll auf 3,50 von 3,85 Franken gekürzt werden. Analysten hatten mit einem Gewinn von 503 Mio. Franken und einer Dividende von 3,60 Franken gerechnet. Der bei Logistikunternehmen als Kennzahl wichtige Rohertrag ging um 3,3 Prozent auf 6,09 Mrd. Franken (5 Mrd. Euro) zurück.

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Klaus-Michael Nagel (r.) bei der Vorstellung des HSV-Spielmachers van der Vaart (l.), dessen Ablöse er bezahlte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ohne die im März 2012 verhängte Kartellbuße von 65 Mio. Franken, gegen die der Konzern beim Europäischen Gerichtshof Einspruch eingelegt hat, hätte der Gewinn 558 Mio. Fr anken erreicht. Der Aktienkurs des Schweizer Unternehmens gab in Frankfurt mehr als 6 Prozent nach.

"Große Unsicherheiten 2013"

Kühne+Nagel habe zwar das Geschäftsvolumen in allen Sparten erhöhen können, "allerdings gelang es nicht, mit dem erzielten Mengenzuwachs den Margendruck und die Kostensteigerungen zu kompensieren, so dass sich in der Folge das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr verschlechtert hat", erklärte Konzernchef Reinhard Lange. "Hinsichtlich der Konjunkturentwicklung im Jahr 2013 bestehen nach wie vor große Unsicherheiten", erklärte er weiter. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich die Wirtschaftsleistung in Europa schnell und nachhaltig verbessern werde. Von den Schwellenländern und den USA gingen dagegen ermutigende Signale aus.

Aus gesundheitlichen Gründen will sich Konzernchef Lange nach mehr als 40 Jahren bei Kühne+Nagel zum Termin der Generalversammlung am 7. Mai freistellen lassen. Er stehe dem Unternehmen bis zum Ablauf seines Vertrages am 31. Dezember beratend zur Verfügung. Mit der Suche nach einem neuen Konzernchef sei begonnen worden.

Quelle: ntv.de, rts