Wirtschaft

Deutliche Gewinnsteigerung Bayer erfreut sich an Agrarsparte

42320409.jpg

Die Agrarsparte stimmt den Konzern froh.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die weiter schwächelnde Kunststoffsparte bei Bayer liefert erste Lichtblicke. Robust entwickeln sich die anderen Bereiche. Das reicht für ein solides Quartal. Dank geringerer Rückstellungen für Prozesse bleibt auch deutlich mehr in der Kasse.

Bayer
Bayer 71,16

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer kann sich weiter auf seine Pharma- und Agrarsparte verlassen. Deren Wachstum konnten im dritten Quartal Schwächen im Kunststoffgeschäft ausgleichen. Allerdings zeigten sich dort leichte Erholungsanzeichen. Insgesamt bestätigte Bayer den Ausblick, bezeichnete ihn aber wie bereits im Sommer als "zunehmend ambitioniert".

Die Erlöse litten zwischen Juli und Ende September unter negativen Währungseffekten. In der Folge gaben sie leicht um 0,2 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro nach. Währungs- und portfoliobereinigt stieg der Umsatz indes um sechs Prozent. Das Wachstum resultierte dabei einmal aus dem Pharmageschäft mit den neuen Produkten Xarelto, Stivarga und Eylea. Dazu kommt eine anhaltend robuste Entwicklung der Agrarsparte, die von der beginnenden Pflanzsaison in Südamerika profitierte.

Schwachpunkt blieb das Kunststoffgeschäft, wobei sich hier mit einem Umsatz und Ergebnis auf Vorjahresniveau erste vorsichtige Signale einer Entspannung zeigten. Bayer-Chef Marijn Dekkers hatte zudem Mitte September Einsparungen in dem Bereich angekündigt. Dazu gehört auch der Wegfall von rund 700 Stellen.

Gewinn steigt ordentlich

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich im Quartal um 7,7 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro. Überproportional um 42 Prozent auf 733 Millionen Euro stieg der Nettogewinn. Dies war vor allem geringeren Sonderbelastungen zu verdanken. Im Vorjahr hatte Bayer Rückstellungen für juristische Vergleiche rund um die Verhütungsmittel YAZ und Yasmin gebildet.

Die Ergebnisprognose bestätigte Bayer, wobei sich der Dax-Konzern für die Agrarsparte optimistischer gab. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie wird weiterhin ein Plus im oberen einstelligen Prozentbereich angepeilt. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen stellt Bayer ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht.

Währungs- und portfoliobereinigt soll der Umsatz in diesem Jahr um vier bis fünf Prozent auf etwa 40 Milliarden Euro zunehmen. Hier gab es eine marginale Änderung. Bislang war Bayer von 40 Milliarden bis 41 Milliarden Euro ausgegangen.

Im Handel ist von "ordentlichen Zahlen" die Rede. "Operativ ist es für das Unternehmen im vergangenen Quartal gut gelaufen", sagt ein Händler. Allerdings hätten negative Währungseffekte die Umsätze belastet. Das komme aber mit Blick auf den bisherigen Verlauf der Berichtssaison nicht überraschend. Nach dem guten Lauf der Aktie bleibe abzuwarten, ob die Zahlen für eine weitere Aufwärtsbewegung ausreichten.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ