Wirtschaft

K+S, Lanxess und RWE Kursraketen zu Silvester gesucht

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(Foto: picture alliance / dpa)

Zum Jahreswechsel schauen Anleger gerne auf die Gewinner des Jahres. Häufig versprechen aber die Jahres-Verlierer die besseren Renditechancen für das neue Jahr. Auf der Suche nach solchen Silvesterraketen lohnt sich der Blilck auf Dax-Werte.

Und noch ein Rekord im Dax. Anleger kommen in diesem Jahr mit der Rekordzählerei am deutschen Aktienmarkt kaum nach. Zum Jahresabschluss konnte der Dax mit rund 9594 Punkten wieder mal eine neue Bestmarke aufstellen. Außerdem glänzt der deutsche Leitindex mit einem Jahresplus von rund 25 Prozent. Wer aber zu Silvester die Kursraketen für das Jahr 2014 ausmachen will, sollte sich bei den Dax-Verlierern 2013 umschauen.

Insgesamt gab es lediglich sechs Aktien im Dax, die 2013 keinen Gewinn erzielt haben. Die drei schwächsten Werte waren K+S, Lanxess und RWE, die allesamt mehr als zehn Prozent verloren haben. K+S war mit einem massiven Kursrückgang von 36 Prozent dabei der schwächste Dax-Wert. Dennoch signalisieren zuletzt positive Unternehmensmeldungen, dass der Performanceunterschied der Dax-Verlierer aufgeholt werden kann.

Wie schnell sich ein solcher Wechsel vollziehen kann, zeigt die Aktie von Lanxess. Im Jahr 2012 schaffte der Titel mit einem Kursplus von rund 68 Prozent die zweitbeste Performance unter den Dax-Aktien. Nur ein Jahr später stand ein Verlust von 27 Prozent zu Buche, weil vor allem die Preise für synthetisches Kautschuk aufgrund der schwachen Nachfrage aus der Automobilbranche deutlich gefallen sind. Der Spezialchemiekonzern will im kommenden Jahr durch die Ausweitung seines Sparprogramms dennoch den Gewinn steigern. Ab 2015 sollen dadurch jährlich etwa 100 Millionen Euro eingespart werden. Lanxess-Chef Axel Heitmann ist jedenfalls zuversichtlich, dass sich das Ergebnis im kommenden Jahr bessert - trotz des schwierigen Umfelds mit niedrigen Rohstoffpreisen.

Ende gut - alles gut?

Mit Platz 27 in der Performancerangliste war K+S bereits in 2012 einer der schwächeren Dax-Werte, konnte aber mit einem minimalen Plus von 0,43 Prozent wenigstens einen Verlust vermeiden. In diesem Jahr sah es allerdings ganz anders aus, weil es nach dem Ende des Preiskartells zwischen Uralkali und Belaruskali einen kräftigen Preiseinbruch beim Kalidünger gegeben hat. Uralkali hatte das Monopol mit dem weißrussischen Konkurrenten gekündigt, um Wettbewerber aus dem Markt zu drängen. Da die Angelegenheit sich aber zum Politikum zwischen Weißrussland und Russland entwickelte, gelang dies jedoch nicht.

Inzwischen haben sich die Wogen geglättet, weil es bei der abtrünnigen Uralkali einen Eigentümerwechsel gegeben hat und sich die Kalipreise wieder erholt haben. K+S litt unter der dem Kalipreissturz besonders stark, weil das Unternehmen hohe Förderkosten hat und daher einen kräftigen Gewinneinbruch erlebte. K+S reagiert mit einem Sparprogramm auf die Krise und will im kommenden Jahr die Kosten um 150 Millionen Euro senken. Positiv dürfte auch die Platzierung von Unternehmensanleihen sein, die etwa eine Milliarde Euro in die Kassen des Konzerns gespült haben. Damit wird die begonnene Kali-Förderung in Kanada weiter ausgebaut. Sollte der Streit zwischen Uralkali und Belaruskali weiter deeskalieren, könnte K+S seine allmähliche Erholung seit den Sommermonaten fortsetzen.

Energieversorger im Wandel

Was bei K+S der Streit bei Uralkali/Belaruskali ist, sind bei RWE und Eon die Beschlüsse zur Energiewende in Deutschland. Sinkende Strompreise etwa setzen RWE, aber auch Eon zu, die in diesem Jahr mit einem Minus von 4,8 Prozent die viertschlechteste Dax-Bilanz aufweisen. Mit der großen Koalition hoffen die Unternehmen nun auf eine Anpassung der Energiepolitik. Sollten zum Beispiel konventionelle Energien trotz Energiewende und Atomausstieg wieder mehr zum Einsatz kommen, würde das wohl an der Börse honoriert.

Die Brennelemente-Steuer könnte 2014 kippen. Dennoch sehen Analysten nur bedingt grünes Licht für eine Erholung. Experten der Credit Suisse mahnen in einer Branchenstudie zur Vorsicht, da die Strompreise noch längere Zeit niedrig bleiben könnten. Beide Energiekonzerne haben daher eine ähnliche Strategie, nämlich den Verkauf von Unternehmensanteilen, um sich stärker auf ihr Kerngeschäft zu fokussieren.

So will Eon in Ländern wie Großbritannien, Schweden, Deutschland oder Russland weiter wachsen, was mit milliardenschweren Beteiligungsveräußerungen in Südeuropa finanziert werden soll. RWE hat Anteile am ungarischen Gasförderer Fögaz veräußert und will nun die Tochter DEA verkaufen. Größter Interessent soll Zeitungsberichten zufolge BASF sein, die wie alle anderen Interessenten bis Mitte Januar ein Angebot vorlegen müssen. Dieser Verkauf wäre ungleich bedeutender, da der Unternehmenswert von DEA auf mehrere Milliarden Euro geschätzt wird. Sollte der Wandel gelingen und die Politik mitspielen, könnten RWE und Eon ihre Jahresbilanz an der Börse mal wieder positiv gestalten.

Quelle: n-tv.de