Schluss mit Kapitel TintenstrahlLexmark steuert um

Drucker verkaufen sich derzeit schlecht. Überdies tobt seit Jahren ein erbitterter Preiskampf. Lexmark zieht daraus die Konsequenzen und stellt die Produktion von Tintenstrahlgeräten endgültig ein.
Sinkende Verkäufe und ein harter Preiskampf zwingen Lexmark
zum kompletten Ausstieg aus dem traditionsreichen Geschäft mit Tintenstrahldruckern
und Zubehör. Rund 1700 Mitarbeiter verlieren dadurch ihren Job. Die Entwicklung
wird bis zum Ende des kommenden Jahres eingestellt, die Fertigung von Verbrauchsmaterial
wie Tintenpatronen läuft Ende 2015 aus.
Es sei keine einfache, aber eine notwendige Entscheidung
gewesen, erklärte Lexmark-Chef Paul Rooke. Den Ausstieg aus dem Tintenstrahlgeschäft
mit Privatkunden hatte das Unternehmen bereits beschlossen, nun werden auch Geräte
für Geschäftskunden eingestellt. Lexmark versprach den Kunden aber, den Service
und die Tintenversorgung sicherzustellen.
Seit Jahren herrscht ein harter Preiskampf bei Tintenstrahlgeräten.
Viele Hersteller verdienen nur an der Tinte. Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach
Druckern nachlässt. Der große Rivale Hewlett-Packard musste jüngst einen regelrechten
Einbruch vermelden: Er verkaufte im Quartal 23 Prozent weniger Drucker als im Vorjahreszeitraum.
Vor allem Privatkunden hielten sich zurück.
Lexmark konzentriert sich nun vor allem auf Laserdrucker
und Lösungen für Geschäftskunden wie etwa Software. Der Anteil von Tintenstrahldruckern
und -zubehör am Gesamtgeschäft lag zuletzt noch bei etwa einem Fünftel, Tendenz
stark fallend. Verbrauchsmaterialien stellt der Konzern derzeit in einer Fabrik
auf den Philippinen her. Durch die Schließung fallen alleine 1100 Jobs in der Produktion
weg.
Ordentliche Einsparsumme
Lexmark gehört zu den Urgesteinen der IT-Branche. Im
ersten Halbjahr war der Umsatz um 8 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar geschrumpft.
Der Gewinn halbierte sich beinahe auf 100 Millionen Dollar. Lexmark rechnet mit
weiteren Rückgängen im laufenden Quartal.
Der Ausstieg aus dem Geschäft
mit Tintenstrahldruckern soll letztlich pro Jahr 95 Millionen Dollar einsparen.
Dem steht eine einmalige Belastung durch die Schließung von 160 Millionen Dollar
vor Steuern gegenüber.