Wirtschaft

Riesen-Jet provoziert Airbus Lufthansa bestellt bei Boeing

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"Das ist das größte Flugzeug, das wir jemals gebaut haben."

(Foto: picture alliance / dpa)

Mehr als 40 Jahre nach dem Start des ersten Jumbo-Jets 747 arbeitet Boeing unter Hochdruck an einer neuen, noch größeren Version des Riesenfliegers. Die Maschine soll es mit dem Airbus-Giganten A380 aufnehmen. Erster Kunde der jetzt vorgestellten 747-8 "Intercontinental": Die Deutsche Lufthansa.

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Große Feierstunde mit Lichtshow, Kunden und Kunstnebel im Hangar: Geladene Gäste besichtigen die neuen Flüstertriebwerke.

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa wartet sehnsüchtig auf ihren neuen Riesen-Jumbo 747-8 "Intercontinental". Hersteller Boeing präsentierte den runderneuerten und vergrößerten Konkurrenten des Airbus A380 in den USA zum ersten Mal als Passagierjet der Öffentlichkeit. Die Lufthansa ist der erste Kunde der Maschine. "Wir freuen uns darauf", sagte der Leiter des Flottenmanagements, Nico Buchholz, bei der Feierstunde auf dem Werksgelände in Everett nahe Seattle. Die Lufthansa habe bei der Konzeption eng mit Boeing zusammengearbeitet.

Insgesamt hat die größte deutsche Airline 20 Maschinen bestellt und behält sich vor, bei Bedarf 20 weitere "Intercontinentals" abzunehmen. Wie beim kleineren 787 "Dreamliner" war die Entwicklung des neuen Jumbos von technischen Schwierigkeiten überschattet, was zu milliardenschweren Mehrkosten führte.

Sechs Meter länger als ein Jumbo

Die Maschine liegt etwa anderthalb Jahre hinter dem Zeitplan zurück. Ab Mitte 2011 wird die Frachtversion ausgeliefert. Ab 2012 wird dann die von der Lufthansa bestellte Passagiervariante mit dem Namenszusatz "Intercontinental" in Dienst gehen.

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Chefingenieur bei Boeing und legendärer "Vater der 747": Joe Sutter.

"Das ist das größte Flugzeug, das wir jemals gebaut haben", sagte der Chef von Boeings Verkehrsflugzeug-Sparte, Jim Albaugh. "Das Flugzeug wird die Welt wieder verändern."

Bei seinem Erstflug 1969 war der Jumbo die mit Abstand größte Passagiermaschine und sollte es für fast 40 Jahre bleiben - bis Airbus mit dem A380 auftauchte. Auch wirtschaftlich war der Jumbo ein Erfolg: Bis heute haben 1418 Maschinen die Werkshallen verlassen. Im vergangenen Jahr allerdings war es keine einzige - die Fluggesellschaften warteten auf das neue Modell.

Verlängertes Oberdeck, Kohlefaser im Flügel

Der neue Jumbo ist länger und dank neuer Triebwerke und einem neuem Flügelprofil auch leiser und spritsparender als die Vorgängertypen. Das letzte Mal hatte Boeing den Jumbo-Jet Mitte der achtziger Jahre im größeren Umfang modernisiert und als 747-400 auf den Markt gebracht.

Die Lufthansa fliegt 30 Maschinen dieses Typs mit Platz für je 352 Passagiere. Die knapp sechs Meter längere 747-8 "Intercontinental" wird bei den Frankfurtern rund 380 Sitzplätze haben.

Vor gut einem Jahr hatte die 747-8 - damals in der Frachtversion - ihren Erstflug absolviert. Der Riesen-Jumbo unterscheidet sich von seinem Urahn äußerlich vor allem durch das verlängerte Oberdeck und die neuen Turbinen.

Schwer verkäufliche "Oase"?

"Es ist eine Oase in der Luft - mit viel Platz zum Entspannen", sagte die verantwortliche Boeing-Managerin Elizabeth Lund. Im Gegensatz zum Airbus A380 ist der Jumbo-Jet aber nicht durchgängig zweistöckig.

Zuletzt hatten die Verkäufe in der Modellreihe 747 an Auftrieb verloren. Im vergangenen Jahr verließ nicht eine einzige Maschine die Werkshallen. Entweder warteten die Airlines auf den Nachfolger, griffen zu den etwas kleineren Typen Boeing 777 oder dem Airbus A340 oder wählten direkt die gigantische A380.

Auch jetzt hält sich die Begeisterung für den runderneuerten Jumbo in Grenzen. Neben der Lufthansa hat Korean Air noch fünf Maschinen bestellt, die restlichen acht Kunden verrät Boeing nicht.

Die Frachtversion 747-8F ist mit 74 Bestellungen deutlich beliebter. Das Modell hatte Anfang 2010 seinen Erstflug absolviert und bringt gerade seine letzten Flugtests hinter sich. Damit ebnet der im wesentlichen baugleiche Frachter dem Passagierjet den Weg zur Flugerlaubnis.

In einigen Wochen wird es dann auch für den neuen Jumbo-Jumbo ernst: Die 747-8 "Intercontinental" soll dann erstmals aus eigener abheben und ihren Jungfernflug als Passagiermaschine absolvieren.

Quelle: n-tv.de, dpa

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