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Donnerstag, 11. Oktober 2012

Alle Zubringerflüge zu Germanwings: Lufthansa sortiert sich neu

Der Plan für die große neue Billigflugtochter der Deutschen Lufthansa steht. Große Teile der defizitären Kurz- und Mittelstreckenprogramms werden ab kommendem Jahr für die Billig-Tochter Germanwings fliegen. Vorteil für das Management: Dort gelten niedrigere Tarife. Die Belegschaft leistet erwartungsgemäß Widerstand.

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Die Lufthansa will ihrer Billigfluglinie Germanwings mit mehr Strecken, mehr Flugzeugen und mehr Mitarbeitern neues Leben einhauchen. Die Lufthansa-Tochter, die bisher von fünf deutschen Standorten 90 Ziele in Europa und Nordafrika anfliegt, soll schon ab 2013 alle innerdeutschen und innereuropäischen Flüge des Konzerns übernehmen, wie Lufthansa-Chef Christoph Franz am Frankfurter Flughafen erläuterte.

Nur die Flüge, die an den beiden Drehkreuzen Frankfurt oder München starten oder landen, würden weiter von der Kranich-Linie abgewickelt. "Wir trennen die beiden Geschäftsmodelle", sagte Franz. Die Marke Lufthansa bleibe ein Premiumanbieter bei den gewinnbringenden Langstrecken- und ihren Zubringerfügen, Germanwings werde als kostengünstige Alternative auf der Kurzstrecke etabliert. Die Angebote sollen ab Anfang  2013 unter dem Dach einer "aufgewerteten" Germanwings im  Low-Cost-Segment unter dem Motto "günstig, aber nicht billig" neu "positioniert" werden.

Laut Franz sollen rund 1000 Flugbegleiter und 300 Piloten ihre Jobs wechseln, in den meisten Fällen zu Germanwings. Ihnen würde aber auch Angebote zum Wechsel in den Lufthansa-Drehkreuzverkehr oder zum Ausscheiden gemacht. Das Bodenpersonal an den dezentralen Standorten bleibe bei Lufthansa angestellt. Zum Wechsel müssen auch rund 30 Lufthansa-Jets umlackiert werden, was nach und nach geplant ist. Zudem wird die Tochter Eurowings für die neu organisierte Direktflugtochter fliegen. Spätestens 2015 soll so wieder ein Gewinn bei den langjährig defizitären Direktverbindungen eingeflogen werden, kündigte Franz an.

Den Namen Germanwings soll die Billigfluglinie behalten, beendete die Lufthansa Spekulationen über einen neuen Namen für die vergrößerte Tochter, die den Arbeitstitel "Direct4u" trug. Auch der Chef bleibt derselbe: Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann soll auch die erweiterte Flotte leiten.

Bei Ufo regt sich Widerstand

Mit dem Billigableger reagiert die Kranich-Linie auf die Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet. Seit Jahren schreibt Lufthansa im Europa-Geschäft rote Zahlen. "Es gibt Wettbewerber mit einer günstigeren Kostenstruktur", räumte Franz ein. Die Verluste auf den Kurzstrecken könnten nicht mehr mit den Gewinnen aus anderen Geschäften kompensiert werden. Wegen der steigenden Kerosinpreise und der abflauenden Wirtschaftskonjunktur haben auch andere Bereiche des Konzerns - etwa das Frachtgeschäft - zu kämpfen. Germanwings soll nun ab 2015 Gewinne erzielen.

Die Pläne stoßen allerdings auf Widerstand der Flugbegleitergewerkschaft Ufo. Das Vorgehen gefährde die laufende Schlichtung in dem Tarifkonflikt von rund 18 000 Flugbegleitern der Lufthansa, erklärte Gewerkschaftschef Nicoley Baublies. Er befürchtet, dass die 2000 Stewards und Stewardessen der neuen Airline bis zu 40 Prozent weniger verdienen werden als ihre Kollegen bei der Konzernmutter. "Die Mitarbeiter von Germanwings bekommen immer noch besser dotierte Verträge als bei Konkurrenten wie Easyjet oder Air Berlin ", konterte Franz. Dennoch stehe das neue Geschäftsmodell für die Billigfluglinie unter dem Vorbehalt, dass sich die Lufthansa mit den Gewerkschaften einige.

Quelle: n-tv.de

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