Wirtschaft

Millionen-Gehälter steigen Mehr deutsche Banker kassieren üppig

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Laut der Erhebung haben Banker in London im Jahr 2019 am besten verdient.

(Foto: picture alliance / imageBROKER)

Ein Vergütungsbericht der EU-Bankenaufsicht EBA zeigt: Die Zahl der Einkommensmillionäre unter deutschen Bankern steigt. Einer von ihnen hat im Jahr 2019 stolze 16 Millionen Euro verdient. Im Vergleich zu den Gehältern, die in der Finanzmetropole London gezahlt werden, sind das noch Peanuts.

Immer mehr Banker in Deutschland verdienen mehr als eine Million Euro im Jahr. Laut dem Vergütungsbericht der EU-Bankenaufsicht European Banking Association (EBA) stieg die Zahl auf 492, verglichen mit 450 ein Jahr zuvor. Damit stieg die Zahl der Einkommensmillionäre im deutschen Bankwesen um rund ein Zehntel. Dabei gilt es allerdings zu beachten: Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2019 - vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

Die durchschnittliche Gesamtvergütung lag demnach bei 1,7 Millionen Euro. Der bestbezahlte von ihnen soll nach Angaben der EBA im Jahr 2019 rund 16 Millionen Euro verdient haben. Die meisten der sehr gut bezahlten Banker arbeiten im Investmentbanking. Anders ist das in Deutschland. Von den 492 Einkommensmillionären in Deutschland sind 298 Mitarbeiter im Management tätig. Um wen es sich bei dem 16-Millionen-Euro-Banker handelt, steht nicht in dem Bericht. Es könnte sich aber um den früheren Investmentbanking-Vorstand und Vize-Chef der Deutschen Bank Garth Ritchie handeln. Dieser hatte die Bank 2019 verlassen und eine Abfindung in Höhe von 11,2 Millionen Euro erhalten. Das Portal Business Insider meldete vor einem Jahr unter Berufung auf Geschäftsberichte, dass die Gesamtvergütung von Ritchie rund 16 Millionen Euro betragen habe.

Laut der Erhebung haben Banker in London 2019 am besten verdient. An dem Finanzplatz an der Themse gab es insgesamt 3519 Spitzenverdiener. Großbritannien führte allerdings nicht nur die Gehalts-Liga an. Mit einem Jahresgehalt von fast 65 Millionen Euro konnte der bestverdienende Banker auch eine viel höhere Summe einstreichen als in Deutschland. Über die Schwelle von 20 Millionen Euro schafften es noch fünf weitere Banker.

Zusammen haben Europas Top-Banker im Jahr 2019 rund 9,9 Milliarden Euro verdient. Davon wurden allein 7,3 Milliarden Euro in Großbritannien erwirtschaftet. Laut EBA zählen neben Deutschland noch Frankreich und Italien zu den Ländern mit dem deutlichsten Anstieg an Bankern, die mehr als eine Million Euro im Jahr verdienen.

Die Behörde erklärt sich diese Entwicklung mit dem Wechsel vieler Top-Verdiener aus Großbritannien im Zusammenhang mit dem Brexit auf das europäische Festland. Im europäischen Vergleich steht Deutschland damit gut dar. Im Durchschnitt aller EU-Banken, zu denen damals auch noch jene aus Großbritannien zählten, hat es den Angaben zufolge mit einem Anstieg von 0,5 Prozent auf insgesamt 4963 kaum eine Veränderung gegeben.

Quelle: ntv.de, jki

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