Wirtschaft

Rekordzahlen dank Windows 7 Microsoft übertrifft sich

Microsoft profitiert von den deutlich gestiegenen Computer-Verkäufen, denn die meisten Rechner nutzen ein Windows-Betriebssystem. Vor diesem Hintergrund präsentiert der Konzern Rekordzahlen, doch an der Wall Street lässt das die Anleger kalt.

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(Foto: REUTERS)

Windows 7 ist und bleibt eine Goldgrube für Microsoft. Auch im vierten Geschäftsquartal sorgte das Computer-Betriebssystem gemeinsam mit der neuesten Version der Bürosoftware Office für Rekordzahlen. Der Umsatz kletterte um 22 Prozent auf niemals erreichte 16 Mrd. Dollar. Der Gewinn nahm im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 48 Prozent auf unter dem Strich 4,5 Mrd. Dollar zu.

"Wir haben starke Verkäufe in all unseren Geschäftsfeldern gesehen, besonders bei den Firmenkunden mit Windows 7 und Office 2010", sagte der fürs Tagesgeschäft zuständige Vorstand Kevin Turner. Einen weiteren Schub erhofft er sich im Herbst durch das neue Handy-Betriebssystem Windows Phone 7 und die Gestensteuerung Kinect für die Spielekonsole Xbox.

Konjunktur erholt sich

Deutschland als drittwichtigster Markt für Microsoft stand der Entwicklung in nichts nach. "Microsoft Deutschland blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 zurück", sagte Landeschef Ralph Haupter. "Die Konjunktur hat sich spürbar erholt und die IT-Ausgaben steigen." Windows 7 habe sich hierzulande sehr gut verkauft. Microsoft habe überdies Konkurrenten Marktanteile abjagen können, vor allem bei Software für große Firmenrechner. "Wir haben Oracle im Bereich Datenbanken überholt."

Microsoft konnte bis dato 175 Mio. Lizenzen von Windows 7 losschlagen. Alleine im Schlussquartal des Geschäftsjahres sorgte das für einen operativen Gewinn von knapp 3,1 Mrd. Dollar. Das wurde nur getoppt von der Geschäftskunden-Sparte, die 3,3 Mrd. Dollar einbrachte. Hierzu gehört neben kaufmännischen Programmen für Mittelständler auch das Office-Paket. Seit Mitte Mai ist die neueste Version draußen.

Online-Angebote weniger erfolgreich

Viele Nutzer waren zwischenzeitlich aber auf das kostenlose Open Office umgestiegen und auch Google lockt die Firmenkunden mit seiner Büro-Software. Microsoft begegnet den Angreifern mit einem Ausbau seiner Internet-Dienstleistungen. Dabei kauft der Nutzer nicht mehr die klassische Lizenz, sondern "mietet" Software bei Bedarf. Die Programme liegen dabei auf zentralen Großrechnern entweder im Unternehmen oder im Internet. Das Ganze nennt sich "Cloud Computing" und bedeutet einen massiven Umbruch der Softwarewelt.

Geld verliert Microsoft weiterhin mit den Onlineangeboten wie der Suchmaschine Bing. Microsoft hatte sich im vergangenen Jahr mit Yahoo verbündet. Gemeinsam versuchen die zwei, dem Suchmaschinen-Primus Google Einhalt zu gebieten. Auch die Spielesparte rutschte wieder in die roten Zahlen.

Anleger halten sich zurück

Die Aktie bewegte sich nachbörslich kaum. Die Anleger sind Spitzenzahlen von Microsoft gewöhnt, seitdem im Oktober vergangenen Jahres Windows 7 herausgekommen war.

Analysten zeigten sich überzeugt. Toan Tran von Morningstar sagte: "Microsoft hatte ein gutes Quartal. Der anhaltende PC-Erneuerungs-Zyklus hilft ihnen offensichtlich - Windows und Office hatten beide gute Vierteljahre." Auch Trip Chowdhry von Global Equities Research bezeichnete die Zahlen als gut. Er stellte jedoch mögliche künftige Probleme mit der Office-Software in Aussicht. Es gebe einen großen Preisdruck, sagte Chowdhry.

Microsoft profitiert in diesem Jahr wie auch Intel von den deutlich gestiegenen Computer-Verkäufen. Die meisten der PCs nutzen eine Microsoft-Software. Bisher hat sich die US-Bilanzsaison eher uneinheitlich präsentiert. Während bei Technologie-Gigant Apple die Gewinne sprudelten, dämpfte beispielsweise IBM die Euphorie mit einem eher mäßigen Umsatzwachstum.

Quelle: ntv.de, dpa/rts