Wirtschaft

"Ich kann nicht alles besser wissen" Müller will BER-Aufsichtsrat verlassen

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Michael Müller will Strukturvorschläge machen.

(Foto: dpa)

Am Freitag wird das BER-Kontrollgremium wahrscheinlich über die Nachfolge von Flughafenchef Mehdorn entscheiden. Aber auch im Aufsichtsrat stehen wohl Veränderungen an. Berlins Regierender Bürgermeister Müller wird bereits konkret.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller plant seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat des Pannenflughafens BER. "Ich bin neu, da kann ich nicht alles wissen und auch nicht alles besser wissen", sagte der SPD-Politiker dem Deutschlandfunk. Die Konsequenz könne dann nur sein, den Aufsichtsrat zu verlassen. "Man muss dann auch rausgehen und die anderen machen lassen."

Der 50-Jährige will die endgültige Entscheidung über den Rückzug am kommenden Freitag treffen: An diesem Tag werde der Aufsichtsrat wahrscheinlich über die Nachfolge von Hartmut Mehdorn als BER-Chef entscheiden. Sollte das Gremium den Strukturvorschlägen Müllers folgen, werde er den Aufsichtsrat verlassen, sagte der Bürgermeister in dem Interview.

Müller war als Nachfolger des früheren Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit in den BER-Aufsichtsrat gekommen. Neben Berlin sind Brandenburg und der Bund Eigentümer der Flughafengesellschaft, zu der neben dem BER auch der Flughafen Tegel gehört. Der BER befindet sich seit 2006 im Bau, die geplante Eröffnung scheiterte bislang an Bau- und Planungsmängeln. Gleichzeitig erhöhten sich die Kosten deutlich.

"Du musst es sagen und dann machen wir es so"

Miteigentümer Brandenburg ist seit längerem nicht mehr auf Minister- oder Ministerpräsidentenebene im Aufsichtsrat vertreten. "Das muss ich zur Kenntnis nehmen, und daraus folgt eigentlich, dass ich auch nicht einfaches Mitglied im Aufsichtsrat sein kann", sagte Müller.

Seine Erfahrung mit dem Gremium sei so: "Es dauert zehn Minuten, dann gucken alle Aufsichtsratsmitglieder mich an, als Ministerpräsidenten, als Regierenden Bürgermeister: 'Was willst du denn? Du musst es sagen und dann machen wir es so'." Die Alternative für ihn sei folglich, entweder Aufsichtsratsvorsitzender zu sein - was für ihn als Neuling schwierig wäre - oder eben das Gremium zu verlassen.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP

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