Wirtschaft

Aussicht auf Milliardenkredite Nabucco kommt voran

Die als Konkurrenz zu russischen Gasleitungen geplante Nabucco-Pipeline kann auf milliardenschwere Kredite von Weltbank und anderen öffentlichen Geldgebern hoffen. Zwar steht die Finanzierung noch nicht, immerhin wird aber der Projektantrag nun geprüft. Das sei ein "Meilenstein", sagt Konsortiums-Chef Mitschek.

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Langsam aber stetig geht das Projekt "Nabucco" voran.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Betreiber der geplanten Gaspipeline Nabucco haben die nächste Hürde genommen. Drei staatliche Förderbanken sagten am Montag zu, ein Kredit-Paket von bis zu vier Mrd. Euro für das gigantische Bauprojekt zu prüfen. Vertreter der Europäischen Investitionsbank (EIB), die Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) sowie der zur Weltbank gehörenden International Finance Corporation betonten in Brüssel, damit sei noch nicht über die Finanzierung und ihre genaue Höhe entschieden. Doch sei ihre Bereitschaft zur Prüfung ein ernsthaftes Signal zur Unterstützung von Nabucco.

An dem knapp acht Mrd. Euro teuren Projekt sind die deutsche RWE, die österreichische OMV, die ungarische MOL, die rumänische Transgaz, die bulgarische Bulgargaz sowie der türkische Pipelinebetreiber Botas beteiligt. Die sechs Betreiberfirmen wollen 30 Prozent der Investitionssumme oder jeweils 400 Mio. Euro selbst bereitstellen, 70 Prozent sollen kreditfinanziert werden. Mit der Prüfzusage der Banken seien nun endgültig Spekulationen widerlegt, dass Nabucco nicht finanzierbar sei, erklärte Stefan Judisch, Chef von RWE Supply & Trading.

Endgültige Finanzierung 2011

Die endgültige Finanzierung werde im zweiten Halbjahr 2011 stehen, sagte Nabucco-Geschäftsführer Reinhard Mitschek. Der Bau könne dann 2012 beginnen und 2015 das erste Gas fließen. Der Zeitplan des schon seit 2005 geplanten Projekts verschiebt sich damit weiter nach hinten. Dies liegt an den langwierigen Verhandlungen mit den Verantwortlichen in den potenziellen Lieferländern Aserbaidschan und Irak.

Nabucco soll die Europäische Union unabhängiger von russischem Gas machen. Die Erdgasleitung soll die Erdgasvorkommen am Kaspischen Meer und im Nahen Osten mit den europäischen Verbrauchermärkten verbinden und vom Osten der Türkei über Bulgarien, Rumänien und Ungarn zu einem Erdgasknotenpunkt in Österreich führen.

Auf lange Sicht sollen durch die fast 4000 Kilometer lange Pipeline 31 Mrd. Kubikmeter Gas fließen, RWE will davon fünf Mrd. Kubikmeter abnehmen.

Quelle: n-tv.de, rts/AFP

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