Wirtschaft

Ermittlungen in München Neuer Ärger für Middelhoff?

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Bei den Ermittlungen in München geht es um Middelhoffs Aussage im Kirch-Prozess vor drei Jahren (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Dem Ex-Arcandor-Chef droht eine weitere juristische Baustelle: Gegen Thomas Middelhoff, der sich derzeit in Essen vor Gericht verantworten muss, laufen weiterhin Ermittlungen in München. Kommt es zur Anklage, könnte er dort auf alte Bekannte treffen.

Dem einstigen Top-Manager Thomas Middelhoff droht neben seinem Untreue-Prozess in Essen auch juristischer Ärger in München. Gegen Middelhoff laufe immer noch ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage im Kirch-Prozess, bestätigte die Münchner Staatsanwaltschaft. Das Verfahren, das bereits seit einiger Zeit läuft, sei noch nicht abgeschlossen.

Derzeit muss sich der ehemalige Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor vor dem Landgericht Essen verantworten, weil er den inzwischen pleitegegangenen Handelskonzern mit unnötigen Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro belastet haben soll. Hauptsächlich geht es um Flüge mit Charterflugzeugen und Hubschraubern, die von Arcandor bezahlt wurden, nach Auffassung der Ankläger aber ganz oder teilweise privat veranlasst waren. Middelhoff weist dies zurück. Bei den Ermittlungen in München geht es um seine Aussage im Kirch-Prozess vor drei Jahren.

Gemeinsam mit Deutsche-Bank-Managern auf Anklagebank?

Gegen andere Zeugen in dem Verfahren hat die Behörde Anklage wegen versuchten Prozessbetrugs erhoben. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" gehören dazu auch Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen sowie dessen Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer. Ackermann und Breuer werden verdächtigt, vor Gericht falsche Angaben gemacht zu haben, um Schadenersatzzahlungen an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch zu verhindern.

Fitschen soll fehlerhafte Angaben nicht verhindert oder korrigiert haben. Die Betroffenen bestreiten dies. Das Landgericht will sich erst dann zu den Namen äußern, wenn alle Beteiligten den Erhalt der Anklage schriftlich in Form eines sogenannten "Empfangsbekenntnisses" bestätigt haben.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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