Wirtschaft

Vertragsverlängerung Obermann dreht zweite Runde

Rene Obermann bleibt auf der Kommandobrücke der Deutschen Telekom. Der Aufsichtsrat verlängert erwartungsgemäß den Vertrag des 47-Jährigen um weitere fünf Jahre.

2v0f5412.jpg9128461912426183224.jpg

"Rene Obermann hat erstklassige Arbeit geleistet."

(Foto: dpa)

Telekom-Chef Rene Obermann bekommt trotz anhaltender Korruptionsermittlungen der Staatsanwaltschaft einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag. Das beschloss der Aufsichtsrat des Dax-Unternehmens. Obermanns derzeitiger Vertrag läuft noch bis 31. Oktober 2011; somit gilt der neue Kontrakt bis Ende Oktober 2016.

Der 47-Jährige leitet den 250.000 Mitarbeiter starken Konzern seit Ende 2006. "Rene Obermann hat in den vergangenen Jahren erstklassige Arbeit geleistet", lobte Aufsichtsratschef Ulrich Lehner. Deshalb sei er der richtige Mann für die Zukunft des Unternehmens.

Wirklich überraschend kommt die Verlängerung nicht. Der Aufsichtsrat hatte Obermann bereits vor drei Monaten den Rücken gestärkt, als publik wurde, dass die Bonner Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen angeblicher Bestechung auf dem Balkan ermittelt. Damals begann das Kontrollgremium vorzeitig mit den Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung. Die Ermittlungen der Anklagebehörde in dem Fall dauerten noch an, sagte Staatsanwalt Friedrich Apostel. Allerdings wurden bislang "kaum große neue Erkenntnisse" zutage gefördert, die Obermann belasten könnten.

Stagnierende T-Aktie

Auf den gebürtigen Düsseldorfer kommt noch einiges an Arbeit zu. Zwar konnte er in den vergangenen vier Jahren den von diversen Spitzel- und Datenschutzskandalen sowie erbitterten internen Streitigkeiten erschütterten Konzern weitgehend befrieden. Auch die Geschäfte laufen dank des boomenden mobilen Internets derzeit recht gut.

Doch kann sich das schnell ändern - auf dem DSL-Markt sind die Zeiten des großen Zuwächse vorbei, nun tobt ein brutaler Preiskampf. Um neue Erlösquellen zu erschließen, treibt Obermann zukunftsträchtige Geschäfte wie elektronische Stromzähler oder die Internet-Vernetzung von Autos und Häusern voran - mit ungewissen Erfolgschancen.

Eines wird Obermann wahrscheinlich nicht mehr versprechen - einen steigenden Aktienkurs. Ob seine Arbeit bei der Telekom ein Erfolg sei oder nicht, werde sich am Kurs der T-Aktie zeigen, hatte er selbstbewusst angekündigt. Die einstige Volksaktie kostete zu Beginn seiner Amtszeit rund 14 Euro - derzeit sind es nur noch 9,85 Euro. Börsianer ließ die Nachricht von der Vertragsverlängerung für Obermann kalt; der Kurs bewegte sich kaum.

Quelle: n-tv.de, rts

Mehr zum Thema
23.04.09