Wirtschaft

Angriffe von Huthi-MilizÖlkonzern Saudi Aramco evakuiert Zentrale

22.10.2026, 16:29 Uhr
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Die Huthi-Miliz nimmt aktuell regelmäßig Ölanlagen von Saudi Aramco ins Visier. (Archivbild) (Foto: AFP)

Der Iran-Krieg lässt den Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der jemenitischen Huthi-Miliz erneut aufflammen. Nun räumt der weltweit größte Ölkonzern aus Saudi-Arabien Berichten zufolge seine Konzernzentrale. Hintergrund könnten neue Angriffspläne der USA und Israels sein.

In Saudi-Arabien hat der weltgrößte Ölkonzern Saudi Aramco seine Konzernzentrale evakuiert. Die Mitarbeiter seien aufgefordert worden, von zu Hause aus zu arbeiten, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Zuvor habe es einen Alarm in der Konzernzentrale gegeben. Welchen Hintergrund der Alarm hatte und wie lange die Mitarbeitenden im Homeoffice bleiben sollen, ist derzeit nicht bekannt.

Die Zentrale in Dhahran im Osten Saudi-Arabiens wurde bereits in der vergangenen Woche bei einem Angriff der mit dem Iran verbündeten jemenitischen Huthi-Miliz schwer beschädigt. Ein Feuer hatte sich über mehrere Stockwerke ausgebreitet. Der Betrieb sei zwar normal weitergelaufen, einige Mitarbeiter waren nach dem Angriff aber bereits gebeten worden, aus dem Homeoffice zu arbeiten. In dem Gebäude befindet sich ein Einsatzzentrum, von dem aus der Konzern seine On- und Offshore-Bohrinseln, Raffinerien, Exportterminals und Tausende Kilometer an Pipelines überwacht.

In den USA bestehen Befürchtungen, dass sich der Konflikt zu einem größeren Krieg ausweiten könnte. Das US-Außenministerium rief am Mittwoch alle nicht unbedingt benötigten Mitarbeitenden der US-Botschaft und ihre Familien in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad zur Ausreise auf. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, brachte den Schritt mit den Angriffen der jemenitischen Huthis gegen Saudi-Arabien in Verbindung. Die Sicherheit und der Schutz der Mitarbeiter des Ministeriums sowie ihrer Familien hätten "für uns weiterhin oberste Priorität", schrieb er. Washington hatte erst in den vergangenen Monaten wieder diplomatisches Personal in die Region entsandt. Viele Mitarbeiter waren abgezogen worden, nachdem der Iran nach Beginn des Krieges durch die USA und Israel Angriffe auf US-Einrichtungen gestartet hatte.

Die Huthis greifen Saudi-Arabien in den vergangenen Wochen verstärkt an und nehmen dabei regelmäßig Flughäfen und Energieinfrastruktur ins Visier. Nach eigenen Angaben griff die Miliz nun auch das saudische Verteidigungsministerium in Riad an. Das Ministerium sei direkt getroffen worden, teilte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari mit. Am Mittwoch starben vier Menschen, nachdem die Miliz das von Aramco betriebene Ölfeld Schaiba sowie einen Flughafen in der östlichen Stadt Dammam angegriffen hatten. Saudi-Arabien kämpft mit Verbündeten seit mehr als zehn Jahren gegen die Huthis im Jemen. Dieser Bürgerkrieg, bei dem von Hunderttausenden Toten durch direkte und indirekte Kriegsfolgen ausgegangen wird, ist im Zuge des Iran-Kriegs der USA und Israels neu entflammt.

Trump könnte "Mutter aller Bomben" einsetzen

Wie der US-israelische Krieg weitergeht, scheint derzeit recht offen. Medienberichten zufolge haben beide Länder konkrete Pläne für erneute Angriffe auf den Iran ausgearbeitet. Demnach würde Trump eine solche Militäroperation wahrscheinlich erst nach den US-Zwischenwahlen anordnen. Zudem werde das US-Militär auch erst Anfang November über seine vollständige militärische Ausstattung vor Ort verfügen, schreibt die "New York Times" (NYT).

Ölinfrastruktur und Raffinerien sollen einigen Regierungsvertretern zufolge von den Angriffszielen ausgenommen werden, weil Trump dringend noch höhere Kraftstoffpreise verhindern wolle. Allerdings gebe es Einsatzpläne gegen das iranische Atomprogramm. Dazu könnte auch ein Angriff auf den unter dem Namen Pickaxe Mountain bekannten mutmaßlichen Nuklearstandort gehören. Dazu erwägen die USA offenbar auch den Einsatz der "Mutter aller Bomben", wie CNN in der vergangenen Woche berichtete.

Iranische Regierungsvertreter erklären, dass sie über die Kriegsvorbereitungen der USA und Israels informiert seien und neue Taktiken und Ziele für mögliche Vergeltungsangriffe entwickeln würden. Einem politischen Analysten in Teheran zufolge, würde der Iran im Falle eines Angriffs auf Pickaxe Mountain unter anderem große Ölraffinerien in Saudi-Arabien ins Visier nehmen - darunter auch Anlagen von Aramco, schreibt die NYT. Öl- und Energiepreise könnten dadurch unmittelbar in die Höhe getrieben werden.

Quelle: ntv.de, csi/dpa/rts

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