Wirtschaft

Verluste an US-Börsen Ölpreisrally beunruhigt die Anleger

Eine hohe Inflation dürfte die Spekulationen über eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank wieder anheizen.

Eine hohe Inflation dürfte die Spekulationen über eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank wieder anheizen.

(Foto: AP)

Während die Ölpreise weiter steigen, setzt ein seltenes Phänomen ein: Die sogenannte Stagflation - und sie macht die Anleger nervös. Für Spannung sorgen einmal mehr die Quartalsberichte und die Frage, ob die US-Notenbank Fed ihren geldpolitischen Kurs ändern wird.

Steigende Energiepreise und die bevorstehende Berichtssaison haben zu Wochenbeginn die Stimmung an der Wall Street gedämpft. Der Dow-Jones-Index und der breiter gefasste S&P 500 verloren je 0,7 Prozent. Die Technologiebörse Nasdaq gab 0,6 Prozent nach.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 3.822,98

"Anleger gehen vorsichtig in die kommende Berichtssaison", sagte Tim Ghriskey, Investmentstratege beim Brokerhaus Inverness Counsel in New York. Globale Lieferengpässe und steigende Energiepreise könnten die Ergebnisse einiger Firmen belastet haben im dritten Quartal. Analysten gehen zwar davon aus, dass die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 im Vergleich zum dritten Quartal 2020 im Schnitt um fast ein Drittel höher sind. Doch die steigende Inflation und die höheren Energiepreise könnten die Ausblicke der Unternehmen trüben.

Anleger fürchten, dass die derzeitige Inflation nicht - wie von führenden Währungshütern prognostiziert - nur ein vorübergehendes Phänomen ist, sondern zu einer Stagflation führt. Darunter verstehen Ökonomen die Kombination aus Inflation und einer stagnierenden Konjunktur. Es handelt sich um ein seltenes Phänomen, und Experten zufolge ist es schwierig für Notenbanken, aus einer solchen Phase herauszukommen. "Die Investoren wägen nun ab, wie sie mit den veränderten Rahmenbedingungen umgehen sollen", sagte Chefanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. Die Börse müsse sich wohl oder übel an ein Umfeld höherer Inflation und höherer Zinsen gewöhnen. Dax und EuroStoxx50 gaben am Montag ebenfalls nach.

Ölpreis setzt Rally fort

Rohöl WTI
Rohöl WTI 108,51

Der Preis für US-Öl WTI stieg zeitweise um mehr als drei Prozent auf 82,18 Dollar je Barrel (159 Liter) und damit auf den höchsten Stand seit Ende 2014. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich auf ein Drei-Jahres-Hoch von 84,60 Dollar. Im Zuge der Konjunkturerholung sind auch Kohle- und Gaspreise deutlich gestiegen, was Öl als Brennstoff für die Stromerzeugung attraktiver macht und die Preise an den Rohölmärkten nach oben treibt. Ein Ende der Rally ist Börsianern zufolge nicht in Sicht. "Wir sehen in Asien und Europa eine sehr starke Nachfrage nach Energie vor der bevorstehenden kalten Jahreszeit. Die Ölpreise werden deshalb in naher Zukunft weiter steigen", sagte Jim Ritterbusch, Chef der Energie-Beratungsfirma Ritterbusch and Associates.

Tesla Motors (USD)
Tesla Motors (USD) 681,79

Mit Spannung warteten Börsianer auf den bevorstehenden Start der Quartalsberichtssaison. Zur Wochenmitte werden die US-Banken Einblick in ihre Bücher gewähren. Die Titel der US-Bank JPMorgan, die am Mittwoch den ersten Aufschlag der amerikanischen Banken macht, und Goldman Sachs gehörten mit einem Minus von je rund zwei Prozent zu den größten Verlierern im Dow-Jones-Index.

Aus den Depots flogen zudem Aktien von Southwest Airlines, nachdem die Fluggesellschaft erneut massenhaft Flüge wegen schlechter Wetterbedingungen streichen musste. Die Titel verloren 4,2 Prozent. Die Titel von Tesla stiegen dagegen um 0,8 Prozent. Der Elektroautobauer geht davon aus, dass die ersten Autos aus dem neuen Werk bei Berlin noch in diesem Jahr vom Band laufen, obwohl noch keine offizielle Baugenehmigung für die Fabrik vorliegt.

Quelle: ntv.de, cls/rts

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