Wirtschaft
Samstag, 31. Juli 2010

BP an vorderster Front: Ölriesen bohren Arktis an

Rund ein Vierteljahr nach dem Ausbruch der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko plant BP gemeinsam mit zwei weiteren Energieriesen Öl- und Gasbohrungen in der kanadischen Arktis. Umweltschützer warnen vor dramatischen Folgen.

(Foto: Rear Admiral Harley D. Nygren, NOAA Corps (ret.))

Die britische BP, die kanadische Imperial Oil und der US-Konzern Exxon Mobil wollen gemeinsam nach Öl und Gas in der kanadischen Arktis bohren. Die drei Ölkonzerne gründeten dazu ein Gemeinschaftsunternehmen. Betroffen von den Plänen ist ein Gebiet in der Beaufortsee, die ein Teil des Nordpolarmeeres ist.

Die Beaufortsee ist ein Teil des Nordpolarmeers vor der Nordküste Kanadas und des US-Bundesstaats Alaska.
Die Beaufortsee ist ein Teil des Nordpolarmeers vor der Nordküste Kanadas und des US-Bundesstaats Alaska.

Die Konzerne schließen sich bei den Bohrungen nach Öl und Gas und der späteren Förderung zusammen, um Kosten zu senken. Die Gespräche über das Gemeinschaftsprojekt sind nach Angaben der Unternehmen schon 2009 und damit lange vor der Ölpest im Golf von Mexiko, die durch eine Explosion auf einer BP-Bohrinsel ausgelöst wurde, begonnen worden.

An dem Gemeinschaftsunternehmen soll BP mit 50 Prozent beteiligt sein. Imperial und sein Mehrheitseigner Exxon Mobil übernehmen jeweils 25 Prozent, eines dieser beiden Unternehmen soll auch der Betreiber sein.

Greenpeace warnt vor Schäden

Erst jüngst hatte die Umweltorganisation Greenpeace vor der industriellen Ausbeutung der Arktis gewarnt. "Nur so lassen sich verheerende Umweltkatastrophen wie etwa im Golf von Mexiko vermeiden", sagte die Verbands-Biologin Iris Menn. Die Ölkatastrophe habe wieder einmal die Anfälligkeit technischer Anlagen gezeigt. "Würde so etwas in der Arktis passieren, bräuchte die Natur wegen des kalten Wassers noch sehr viel länger, um sich zu regenerieren.

Mit dem Schmelzen des "ewigen" Eises als Folge des Klimawandels laste auf der Arktis ein immer größerer Druck, sagte Menn. Die Begehrlichkeiten, etwa Gas oder Öl zu fördern, wüchsen international. Dabei sei die Arktis noch wenig erforscht. "Es besteht die Gefahr, einen Lebensraum zu zerstören, den wir nicht kennen", sagte Menn. Deshalb fordert Geenpeace ein Sofortverbot jeder industriellen Nutzung.

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Quelle: n-tv.de

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