Wirtschaft

Arbeitskampf für klare Antworten Opelaner gegen "Heckenschützen"-Taktik

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Opeöaner in Bochum: Protest gegen die "Heckenschützen-Art" der Informationspolitik des Managements

(Foto: picture alliance / dpa)

In Bochum baut Opel den Zafira. Noch. Die Produktion des Familienvans soll nach Rüsselsheim verlegt werden. Das sorgt am NRW-Standort für Kopfschütteln. In der Kritik steht auch die Informationspolitik des Managements.

Für vier Stunden standen im Bochumer Opel-Werk die Bänder still. Für eine sogenannte Informationsveranstaltung des Betriebsrates versammelte sich die Bochumer Opel-Belegschaft von 12:00 Uhr bis in den Nachmittag am Werkstor. Die Beschäftigten pochen nach dem geplanten Aus der Autoproduktion auf klare Zusagen seitens des Unternehmens zu ihrer Zukunft.

Die Unternehmensführung forderten sie auf, zu offenen Fragen Rede und Antwort zu stehen. So wolle man wissen, sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel, warum die Produktion des Zafira-Modells nach Rüsselsheim verlegt werde. "Wir wollen die Verlagerung Ende 2014 korrigiert wissen". Nach Ansicht des Betriebsrats fehlt es bisher an verbindlichen Zusagen zu Abfindungspaketen sowie Ersatzarbeitsplätzen für die mehr als 3000 Beschäftigten. "Wir wollen endlich Klarheit, welche Politik das Unternehmen fährt."

Immer wieder erfahre die Belegschaft "auf Heckenschützen-Art" nur aus Pressemitteilungen über die Pläne für das Werk, kritisierte Einenkel. Am vergangenen Freitag hatte Opel-Strategievorstand Thomas Sedran Angaben, wonach sich Opel schon Ende 2014 ganz aus Bochum zurückziehen sollte, korrigiert und als "Missverständnis" bezeichnet. So bleibt das Warenverteilzentrum nun doch bis Ende 2016 erhalten.

"Wir sind bereit, alle Fragen zu beantworten", sagte ein Opel-Sprecher. Der Werksleiter habe ein Gespräch mit der Belegschaft angeboten. Mit Rücksicht auf laufende Verhandlungen im Rahmen der Einigungsstelle könnten Fragen wie vom Betriebsrat gefordert nicht am Werkstor und damit nicht öffentlich diskutiert werden. Der Einladung in das Gebäude seien nur wenige Mitarbeiter gefolgt.

Quelle: ntv.de, dpa