Wirtschaft

Mit Wein und Erdbeeren aus der Krise Portugal setzt auf alte Stärken

erdbeere.jpg

Erdbeeren: eine süße Versuchung aus Portugal.

(Foto: picture alliance / dpa)

Portugal ist hoch verschuldet. Die Wirtschaft des Landes schrumpft in diesem Jahr voraussichtlich um 3 Prozent, die Arbeitslosigkeit liegt bei 14 Prozent. Ein Ausweg aus dieser verfahrenen Situation könnte in der Rückbesinnung auf eine alte Tugend liegen - dem Anbau von Wein, Orangen oder Erdbeeren.

Die Spanier entdecken in der Krise das Tauschen wieder, Portugal geht einen anderen Weg: Traditionelle Landwirtschaftserzeugnisse wie Wein, Orangen, Erdbeeren und Kork sollen die marode Wirtschaft wieder auf die Beine helfen. Durch eine verbesserte Infrastruktur, Anreize und die Nutzung von brachliegendem Land will die Landwirtschaftsministerin die negative Handelsbilanz bei den Lebensmittel in einen Überschuss verwandeln. "Unser Export von Nahrungsmitteln hat ein enormes Potenzial, auch wenn unser Handelsdefizit noch immer bei 30 Prozent liegt", sagte Assuncao Cristas. Vor allem junge, gut ausgebildete Landwirte und größere Parzellen sollen dabei helfen, die günstigen klimatischen Bedingungen auf der iberischen Halbinsel besser zu nutzen.

Die Wirtschaft des hoch verschuldeten Landes schrumpft in diesem Jahr voraussichtlich um 3 Prozent, die Arbeitslosigkeit liegt bei 14 Prozent. Der landwirtschaftliche Sektor solle nun Motor des Wachstums werden, sagte Cristas.

Wein und Kork als Exportschlager

Portugal ist der weltgrößte Produzent von Kork und siebtgrößter Weinexporteur. Trotzdem führt das Euro-Land mehr Nahrungsmittel ein als aus. Grund ist unter anderem die geringe Größe der bewirtschafteten Flächen. Nach der Revolution von 1974, die die jahrzehntelange Herrschaft des Militärs beendete, verteilte die neue sozialistische Regierung das Land der Großgrundbesitzer an die Kleinbauern. Den Weltmarkt dominieren mittlerweile aber die effizienteren Großbetriebe.

Derzeit lässt die Regierung ungenutztes Land und Grundstücke ohne bekannten Besitzer erfassen, um es schließlich Landwirten zu Verfügung zu stellen. Dazu ist nach dem Bau eines Damms in der trockenen Region Alentejo der größte künstliche See Europas entstanden. Mit Bewässerungssystemen sollen auf den einst staubigen Böden bald Olivenhaine und Weingüter entstehen. "Die nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln ist eine Herausforderung von globalem Ausmaß", sagte Cristas. "Und die Nachfrage wird steigen."

Quelle: ntv.de, rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.