Wirtschaft

Griechische Anleihen, keine Staatshilfe Postbank hat alles im Griff

Die Postbank will 2010 zurück in die schwarzen Zahlen. Einen Strich durch die Rechnung könnte dem Institut dabei die Schuldenkrise Griechenlands machen. Der Konzern wiegelt zwar ab, räumt aber auch ein, dass man rund 1,3 Mrd. Euro griechischer Staatsanleihen im Bestand ab.

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2010 sollen schwarze Zahlen her - operativ zumindest.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Die Postbank will mit einfacheren Produkten und mehr Service neue Kunden gewinnen und nach einem guten Start 2010 die Krise hinter sich lassen. "Wir gehen von einem positiven Vorsteuerergebnis aus und dann ist es auch nach Steuern positiv", sagte Postbank-Chef Stefan Jütte. Die Postbank baut dabei auf solide Erträge aus ihrem Kerngeschäft mit Privatkunden. "Der Start 2010 ist gut verlaufen", sagte Jütte.

Die Belastungen aus der Finanzkrise sieht der Vorstand schwinden, die Kosten werden gedrückt - unter anderem, weil bis 2012 die Zahl der Mitarbeiter um 2000 auf 19.000 gekappt wird. Doch Jütte erwartet auch Gegenwind: "Die Umfeldbedingungen für Realwirtschaft und Kapitalmärkte bleiben fragil." Von der Schuldenkrise Griechenlands sieht sich der Konzern trotz eines Bestandes von knapp 1,3 Mrd. Euro griechischer Staatsanleihen kaum betroffen.

Mit Transparenz auf Kundenfang

Das Institut mit seinen fast 14 Mio. Kunden baut verstärkt auf «schlankere und transparentere» Produkte. Von April an soll es ein kostenloses Girokonto ab 1000 Euro Geldeingang pro Monat geben, derzeit sind 1250 Euro die Grenze. Die Zahl der Shell-Tankstellen, an denen Postbank-Kunden auch ohne Einkauf an der Kasse Geld abheben können, soll bis zur Jahresmitte von 600 auf 1300 gesteigert werden. Angebliche Falschberatung durch einzelne der 4000 Außendienstler, die für Negativschlagzeilen sorgte, will das Management abstellen.

Auftrieb erhofft sich der Bonner MDax-Konzern von der Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank. "Wir sind absolut sicher, dass wir mit der Deutschen Bank Synergien realisieren werden", sagte Jütte. Der Branchenprimus hält knapp 30 Prozent an der Deutschen Postbank AG und strebt die Mehrheit an. Die Postbank vertreibt etwa Fondsprodukte der Deutschen Bank, den Markt für Altersvorsorge beackern die beiden Institute gemeinsam. "Ich sehe perspektivisch auch Chancen durch eine Bindung im IT-Bereich", sagte Jütte.

Verlust zwar, aber geringer

Für das vergangene Jahr hatte die Postbank bereits in der vergangenen Woche einen Vorsteuerverlust von 398 Mio. Euro nach einem Minus von 1,064 Mrd. Euro ausgewiesen. Nach Steuern konnte das Institut das Ergebnis durch Steuereffekte und Neubilanzierung einiger Risikovorsorgeposten aufbessern und kam auf einen Mini-Gewinn von 76 (minus 886) Mio. Euro. Die Belastungen aus der Finanzkrise wurden mit 919 Mio. Euro nach zuletzt noch 2,187 Mrd. Euro beziffert.

"Wir haben, rechnet man mal die Belastungen aus der Finanzkrise raus, ein sehr vorzeigbares operative Ergebnis erreicht", bilanzierte der seit Mitte 2009 amtierende Jütte, und betonte: "Wir haben keinerlei Staatshilfe in Anspruch nehmen müssen und werden dass auch weiterhin nicht tun."

Rund 13 Prozent Eigenkapitalrendite als Ziell

Mittelfristig und nachhaltig erwartet die Postbank wieder eine operative Eigenkapitalrendite von rund 13 Prozent nach Steuern. Im abgelaufenen Jahr war die Eigenkapitalrendite nach Steuern mit 1,5 Prozent leicht positiv (Vorjahr minus 19,4 Prozent). Die Kernkapitalquote nach Basel II betrug Ende 2009 7,6 Prozent nach 7,2 Prozent zum angepassten Jahresende 2008. Die Bilanzsumme sank gegenüber dem Vorjahr um rund 4,6 Mrd. Euro auf 226,6 Mrd. Euro.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/DJ