Wirtschaft

Neue Spitze der Moskauer Zentralbank Putin greift nach dem Rubel

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Nah an der Macht: Elvira Nabiullina weiß, wie man mit Wladimir Putin reden kann.

(Foto: REUTERS)

Russlands Präsident Putin weitet seinen Einfluss auf die russische Geldpolitik aus: In Moskau nicken Duma-Abgeordnete den Vorschlag ab, eine enge Vertraute des Kremlchefs als oberste Hüterin des Rubel zu installieren.

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Bringt Unsicherheit in den Rubel-Kurs: Elvira Nabiullina.

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Der Wert des Rubel liegt künftig wohl in der Hand von Elvira Nabiullina: Die enge Vertraute von Präsident Wladimir Putin soll neue Chefin der russischen Zentralbank werden. Das Unterhaus stimmte mit großer Mehrheit für die Nominierung von Putins derzeitiger Wirtschaftsberaterin Nabiullina.

Die 49-Jährige war vor rund drei Wochen vom amtierenden Zentralbankchef Sergej Ignatjew vorgeschlagen worden. Nabiullina soll am 24. Juni 2013 ihren Posten als Nachfolgerin des 65-jährigen Ignatjews antreten.

Eine Amtszeit an der Zentralbankspitze dauert vier Jahre. Ignatjew leitet die Zentralbank seit 2002. Als eines der größten Probleme der russischen Wirtschaft gilt derzeit der massive Kapitalabfluss aus dem Riesenreich.

Starker persönlicher Einfluss

Kritiker fürchten, die Zentralbank werde mit Nabiullina an der Spitze empfänglicher für Druck aus dem Kreml und werde die Leitzinsen senken, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Nabiullina erklärte hingegen bei der Duma-Abstimmung den Abgeordneten, die größte Sorge des Landes sei die hohe Inflationsrate von zur Zeit rund sieben Prozent.

Eine so hohe Rate sorge für "viele Unsicherheiten". Wichtigstes Ziel der Zentralbank sollte sein, die Inflationsrate auf drei bis vier Prozent zu senken.

Inflation oder Wachstum?

Der Leitzins in Russland liegt seit sieben Monaten bei 8,25 Prozent. In ihrer jüngsten Erklärung deutete die Zentralbank allerdings eine Senkung an, um so die Kreditvergabe und damit auch das Wachstum anzuschieben.

Nabiullina sagte vor den Duma-Abgeordneten, die Notenbank müsse sich zwar auch um das Wirtschaftswachstum kümmern. Aufgabe der Regierung allerdings sei, für ein besseres Investitionsklima zu sorgen.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/dpa

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