Wirtschaft

Kein Ausblick Q-Cells kann nicht punkten

Q-Cells verlässt 2010 den roten Bereich und schreibt wieder schwarze Zahlen. Allerdings nehmen die Börsianer dem Solarkonzern den Verzicht auf einen Ausblick übel. Die im TecDax notierte Aktie rutscht ab.

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Eine Q-Cells-Mitarbeiterin prüft in Thalheim (Sachsen-Anhalt) zwei Solarzellen vor dem Verpacken.

(Foto: dpa)

Dank des Booms in Deutschland und Italien ist der Solarkonzern Q-Cells bereits im vergangenen Jahr in die Gewinnzone zurückgekehrt. Zudem markierte der Konzern eine Bestmarke beim Umsatz. Nachdem der Konzern 2009 infolge der Wirtschaftskrise noch einen Milliardenverlust verbucht hatte, hatten Experten auch für das vergangene Jahren rote Zahlen erwartet.

Q-Cells stehe nun nach dem Konzernumbau und dem Schuldenabbau gut da, sagte Firmenchef Nedim Cen. "Wir sind bilanziell und liquiditätsmäßig gut aufgestellt für die Herausforderungen in diesem und im kommenden Jahr." Einen konkreten Ausblick wagte Cen nicht. Druck auf die Margen könne indes durch sinkende Preise entstehen, äußerte er. Insgesamt werde 2011 anspruchsvoller, auch wenn der Weltmarkt um zehn bis 20 Prozent wachsen dürfte.

An der Börse sorgten der Verzicht des Vorstands auf einen Ausblick sowie Gewinnmitnahmen Experten zufolge für einen Kursrutsch. Ein Händler verwies darauf, dass haben die Aktien des Herstellers von Solarzellen und -modulen seit Januar mehr als 26 Prozent zugelegt hatten. Hier dürften einige Kasse machen, erläuterte er.

Internationalisierung dringend geboten

2010 steigerte Q-Cells den Umsatz um über 70 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Netto verbuchte der Konzern inklusive des Ergebnisanteils aufgegebener Geschäft sbereiche einen Gewinn von rund 19 Millionen Euro nach einem Milliardenverlust vor Jahresfrist. Die Exportquote erreichte übers Jahr gesehen rund 50 Prozent, im Abschlussquartal lag sie - angetrieben durch das Italien-Geschäft - bei 67 Prozent.

Cen nannte als eine seiner vordringlichen Aufgaben die Auslandsexpansion. Ziel sei es, sich von den Geschäft en auf dem Heimatmarkt unabhängiger zu machen. Bislang ist Deutschland noch der größte Solarmarkt, die sinkende Förderung dürfte dem aber ein Ende setzen. Cen sieht neben Europa, Indien und Australien die USA und Kanada als vielversprechende Zielmärkte.

Nach dem Milliardenverlust infolge der Wirtschaftskrise hatte Cen Q-Cells einen harten Sparkurs verpasst: Die Zellproduktion wurde zum Teil von Deutschland nach Malaysia verlagert und Personal abgebaut. Darüber hinaus erweiterte der Cen das Produktportfolio und baute den Zellproduzenten zum Anbieter von Solarzellen und -Modulen um.

Quelle: n-tv.de, rts

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23.04.09