Wirtschaft

Aufschwung nicht gefährdet RWI hebt Prognose an

Die Wirtschaftsforscher erwarten einen unerwartet kräftigen Konjunkturschub. Als Wachstumstreiber sehen sie allem den Export. Das milliardenschwere Sparpaket der Bundesregierung kann den Experten zufolge dem Wachstum nichts anhaben.

hhla.jpg

Für 2011 gehen die Ökonomen jetzt von 1,7 Prozent aus.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI hat seine Wachstumsprognose für Deutschland für 2010 und 2011 erhöht. Das RWI geht für das laufende Jahr von einem Plus von 1,9 Prozent aus. Im März hatte das Institut seine Prognose noch von 1,6 auf 1,4 Prozent gesenkt. Triebfeder dürften voraussichtlich die Exporte sein, teilte das RWI in Essen mit. Das Sparprogramm der Bundesregierung gefährde diese Erholung nicht und sollte wie geplant ab dem nächsten Jahr umgesetzt werden, sagte RWI-Konjunkturforscher Roland Döhrn.

Für 2011 gehen die Ökonomen jetzt von 1,7 Prozent aus. Bisher waren es 1,6 Prozent. Allerdings würden sich die Auftriebskräfte insgesamt abschwächen. Die Lage am Arbeitsmarkt soll sich hingegen weiter verbessern und die Arbeitslosenquote von 7,8 auf 7,4 Prozent im Jahresdurchschnitt 2011 zurückgehen. Die Preise steigen der Prognose nach moderat um 1,1 Prozent im laufenden Jahr und um 1,3 Prozent 2011.

Export treibt Wachstum

"Die Konjunktur verläuft unerwartet schwungvoll", betonte Döhrn. Die Ausfuhren hätten von einem unerwartet kräftigen Aufschwung des Welthandels sowie von der Abwertung des Euro profitiert. Die Inlandsnachfrage nehme nur wenig zu. "Die privaten Konsumausgaben waren bis zuletzt rückläufig, auch weil die Abwrackprämie im vergangenen Jahr zu vorgezogenen Pkw-Käufen geführt hatte, was die aktuelle Nachfrage dämpft."

Die Abnahme der Arbeitslosenzahlen wird der Prognose nach noch wesentlich durch eine steigende Beschäftigung getragen, insbesondere im Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleistungen. "Allerdings ist zu erwarten, dass sich dieser Beschäftigungsaufbau aufgrund der angespannten Finanzlage des Staates nicht fortsetzen wird", sagte Döhrn. Industrieunternehmen seien bestrebt, den vorhandenen Personalbestand besser zu nutzen und deshalb kaum neue Arbeitsplätze schaffen.

Quelle: ntv.de, dpa