Wirtschaft

Ruhe an der Euro-Front? Rehn mahnt zur Eile

In der europaweiten Debatte um die zukünftigen Regeln der Währungsgemeinschaft fällt EU-Währungskommissar Olli Rehn Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble ins Wort. Im scharfen Kontrast zur deutschen Haltung fordert der Finne eine rasche Stärkung des Euro-Rettungsschirms.

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"Es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen": Olli Rehn (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Im Kampf gegen die europäische Schuldenkrise hat die EU-Kommission ein schnelles und entschiedenes Handeln der Mitgliedsstaaten angemahnt. "Wir müssen uns schnellstmöglich auf gemeinsame Maßnahmen einigen - je eher, desto besser", sagte Währungskommissar Olli Rehn der Zeitung "Die Welt". "Die Beruhigung der Märkte in den letzten Wochen verschafft uns zwar ein wenig Luft, aber es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen, wir müssen jetzt mit aller Entschlossenheit handeln."

Die Erholung der Wirtschaft und die positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt müssten gegen die von der Schuldenkrise ausgehenden Bedrohungen geschützt werden, sagte Rehn weiter. "Es ist notwendig, dass die Regierungen in Europa dafür sorgen, dass nicht die Finanzmärkte entscheiden und die wirtschaftliche Erholung gefährden."

So müssten die "tatsächliche Ausleihsumme" des EU-Rettungsfonds vergrößert und der Aufgabenbereich des Fonds ausgeweitet werden. Dies sei "unbedingt notwendig, um keinen Zweifel aufkommen zu lassen, dass wir bereit sind, auf alle denkbaren Entwicklungen zu reagieren und Spekulationen an den Finanzmärkten entschlossen entgegenzutreten". Zugleich mahnte Rehn eine Verschärfung des EU-Stabilitätspaktes an.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte vergangene Woche vor "Schnellschüssen" bei der Erarbeitung eines Maßnahmenpakets zum langfristigen Schutz des Euro gewarnt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte vor übereilten Maßnahmen und mahnte "mehr Ruhe" in der Debatte über weitere Hilfsmaßnahmen für die Gemeinschaftswährung an.

Quelle: ntv.de, AFP

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