Wirtschaft

Anleger hinters Licht geführt Rekordstrafe für Bank of America

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Die Strafe entspricht in etwa dem Gewinn der Bank of America in den vergangenen drei Jahren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Bank of America muss wegen riskanter Hypothekengeschäfte eine Strafe von 16,65 Milliarden Dollar zahlen. Das teilt die US-Regierung mit. Die Zockereien der Bank hatten zum Ausbruch der großen Finanzkrise im Jahr 2008 geführt.

Es wird teuer für die Bank of America. Wegen Zockereien mit Hypothekenpapieren, wurde sie nun zu einer Rekordstrafe von 16,65 Milliarden (12,5 Milliarden Euro) verurteilt, wie US-Justizminister Eric Holder am Donnerstag in Washington mitteilte. Zuvor hatten bereits US-Medien, darunter der Finanzdienst Bloomberg und das "Wall Street Journal", mit Bezug auf Insider von einem anstehenden Vergleich mit den US-Behörden berichtet.

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Die Strafe ist der höchste jemals bezahlte Betrag in einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung zwischen der US-Regierung und einem Unternehmen. Die Summe entspricht in etwa dem Gewinn der Bank in den vergangenen drei Jahren. Diese Summe sticht auch die Rekordstrafe von 13 Milliarden Dollar aus, die J.P. Morgan Chase im November wegen einer ähnlichen Angelegenheit gezahlt hatte.

Die Bank of America hatte sich im März bereits nach langem Ringen dazu bereiterklärt, die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac mit 9,5 Milliarden Dollar zu entschädigen. Insgesamt wurde das Institut mit mehr als 60 Milliarden Dollar für riskante Hypothekengeschäfte zur Rechenschaft gezogen

Kettenreaktion nach Lehman-Pleite

Die US-Behörden werfen der Bank of America - wie auch einer Reihe anderer Banken - vor, schlecht abgesicherte Kredite einkommensschwacher Hausbesitzer zu Finanzprodukten gebündelt, mit einer guten Bonität versehen und die Käufer so hinters Licht geführt zu haben. Ab 2007 hatten in den USA immer mehr einkommensschwache Hausbesitzer ihre Darlehen wegen steigender Zinsen nicht mehr abzahlen können, während die faulen Kredite zu Wertpapieren gebündelt und von Bank zu Bank als Geldanlage weitergereicht wurden.

Nach dem Bankrott der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 lösten diese CDO genannten Wertpapiere in einer Kettenreaktion eine weltweite Finanzkrise aus. In den USA mussten viele Menschen ihre Häuser zwangsversteigern oder blieben auf hohen Schulden sitzen, während die gekauften Immobilien deutlich an Wert verloren. Investoren büßten mit den CDO-Anlagen Milliardensummen ein.

Auch die Citigroup schloss jüngst einen Vergleich mit den Behörden, um Anschuldigungen beizulegen, sie habe vor der Finanzkrise faule Hypotheken verkauft. Citigroup stimmte einer Strafe von 7 Milliarden Dollar zu.

Quelle: n-tv.de, kst/DJ/AFP/dpa