Wirtschaft

Preisgefälle bei Kraftstoffen Rhein-Niedrigwasser macht Benzin im Norden teurer

04.08.2026, 14:44 Uhr
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Die Lage an der wichtigen Engstelle Kaub im Rhein verschärft sich. (Symbolbild) (Foto: picture alliance / Jochen Tack)

Das Niedrigwasser im Rhein stellt sich als Problem für den Transport von Rohöl und wichtigen Vorprodukten heraus. Das schlägt sich an den Zapfsäulen nieder: Laut Kartellamt driften die Spritpreise zwischen Nord- und Süddeutschland deutlich auseinander.

Das Niedrigwasser des Rheins führt nach Angaben des Bundeskartellamts zu deutlichen regionalen Preisunterschieden beim Spritpreis. An den Tankstellen betrugen die regionalen Preisdifferenzen im Juli im Schnitt bei E5 bis zu elf Cent pro Liter und bei Diesel bis zu zehn Cent, wie die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe der Behörde in Bonn mitteilte. Dieses "Nord-Süd-Gefälle" dürfte "insbesondere aus unterschiedlichen Kraftstoff-Beschaffungskosten resultieren".

Im Juli hätten die Beschaffungskosten im Süden und Südwesten im Schnitt niedriger als in vielen anderen Teilen Deutschlands gelegen, insbesondere bei E5, erklärte die Stelle weiter. Dementsprechend waren in vielen Orten im Süden auch die Spritpreise im Monatsmittel im Juli günstiger. Deutlich mehr mussten Autofahrer den Angaben nach zufolge im Norden bezahlen, etwa in Schleswig-Holstein, aber auch in ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen und in Nordrhein-Westfalen.

Ab Mitte Juli seien die Beschaffungskosten vor allem im Westen beziehungsweise der Kölner Bucht stark angestiegen, erklärte das Kartellamt weiter. "Durch das Niedrigwasser des Rheins sind die Frachtraten stark gestiegen." Der Transport sei an mehreren Stellen deutlich eingeschränkt - so habe die Engstelle Kaub Ende Juli "wegen der stark gefallenen Pegel vielfach vom Nieder- zum Oberrhein nicht mehr oder nur mit deutlich geringerer Ladung befahren werden" können.

Händler erklärten, dass die Kosten für den Transport mit Tanker- und Binnenschiffen von Rotterdam nach Karlsruhe aktuell auf rund 150 bis 160 Euro pro Tonne gestiegen seien, verglichen mit 45 Euro Ende Juni. "Auch wenn Rohöl zur Raffinerie meist über Pipelines transportiert wird, beziehen Raffinerien sonstige Anlieferungen häufig per Binnenschiff", erklärte das Bundeskartellamt. Dazu zählten Vorprodukte wie Gasöl oder Naphtha, ein Rohbenzin. "Binnenschiffe spielen aber auch für den Abtransport der Produkte ab Raffinerie eine wichtige Rolle", hieß es.

Historischer Tiefstand

Neben den Beschaffungskosten seien für regionale Unterschiede beim Preisniveau an der Zapfsäule auch die regionalen Wettbewerbsbedingungen relevant, etwa die lokale Präsenz von preisgünstigen Marken. Für Abholungen ab Raffinerie per Tankwagen gab es demnach in manchen Regionen "infolge von Mengendruck" Preisabschläge.

Die Lage an der wichtigen Engstelle Kaub hat sich mittlerweile weiter verschärft: Heute wurden nur noch 24 Zentimeter gemessen. Damit wurde das historische Tief für einen einzelnen Messwert von Oktober 2018 eingestellt, das für den Tagesschnitt liegt bei 25 Zentimetern. Neue Rekorde sollen schon in den kommenden Tagen folgen: Bis Samstag soll der Pegelstand auf 17 Zentimeter fallen, wie aus Prognosen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hervorgeht.

Die Engstelle Kaub liegt in Rheinland-Pfalz in der Nähe der Loreley und ist für die Binnenschifffahrt enorm wichtig. Der Pegelstand ist ein Referenzwert für die Schifffahrt, der Rhein ist in Kaub tatsächlich noch gut einen Meter tiefer.

Quelle: ntv.de, mwa/AFP/rts

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