Wirtschaft

Neue Ermittlungen kurz vor IPO Robinhood droht schon wieder Ärger

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Die 2013 gegründete Firma gilt mit ihrer einfach zu bedienenden App als Wegbereiter einer jüngeren Generation von Anlegern.

(Foto: picture alliance / STRF/STAR MAX/IPx)

Robinhoods Börsendebüt wird mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Der Neo-Broker hat bei den Gamestop-Turbulenzen eine wesentliche Rolle gespielt und peilt jetzt eine 35-Milliarden-Bewertung an. Neuer Stress mit der US-Finanzaufsicht kommt deswegen äußerst ungelegen.

Das Fintech Robinhood profitierte zuletzt massiv von der Corona-Pandemie, als Privatleute in Zeiten des Lockdowns den Aktienhandel für sich entdeckt haben. Nach der Beilegung von brisanten Rechtskonflikten will die Plattform morgen an der Wall Street an die Börse - und strebt damit eine Firmenbewertung in Höhe von 35 Milliarden Dollar an. Ziel ist es, bis zu 2,3 Milliarden Dollar einzusammeln. Zur Einordnung: Die Deutsche Bank hat einen Börsenwert von knapp 26 Milliarden Dollar.

Doch im Vorfeld droht jetzt neuer Ärger: Die US-Finanzregulierung Finra stört sich daran, dass dort keiner der beiden Gründer, weder Vlad Tenev noch Baiju Bhatt, registriert ist. Deswegen hat der Wall-Street-Aufseher eine Untersuchung eingeleitet. "Robinhood wertet diese Angelegenheit aus und beabsichtigt, mit der Untersuchung zu kooperieren", teilt das Unternehmen laut "CNN Business" mit.

"Robinhood steht im Vorfeld seines Börsengangs unter besonderer Beobachtung, und die Aufsichtsbehörden durchleuchten den Betrieb und die Struktur des Unternehmens", zitiert "CNN Business" James Tierney, Assistenzprofessor für Recht am University of Nebraska College of Law. Für ihn kommt diese Überprüfung nicht überraschend, angesichts der prominenten Rolle von Tenev als öffentliches Gesicht des Unternehmens.

Die Überprüfung erfolgt nach einer Aufforderung der demokratischen Senatorin Elizabeth Warren, die bereits im Februar infrage gestellt hatte, ob Führungskräfte wie Tenev in Bezug auf Marktregeln und Risiken genügend geschult seien. Die Finra verlangt im Allgemeinen, dass die CEOs von registrierten Broker-Dealern bei der Agentur registriert sind. Damit soll sichergestellt werden, dass diese Führungskräfte Schulungen zur Einhaltung der Vorschriften erhalten und die für Führungsaufgaben erforderliche Kompetenz nachweisen können. Das Unternehmen hat auf die Kritik bisher immer mit der Erklärung reagiert, dass die beiden Gründer nur die Holding Robinhood Markets führen, nicht aber die Broker-Tochter Robinhood Financial.

Die 2013 gegründete Firma aus dem kalifornischen Menlo Park gilt mit ihrer einfach zu bedienenden App zum Handel mit Aktien, Optionen und Kryptowährungen als Wegbereiter einer jüngeren Generation von Anlegern am US-Finanzmarkt. Robinhood hat jedoch ein umstrittenes Geschäftsmodell. Der Broker nimmt keine Gebühren von Nutzern, sondern verdient an der Vermittlung ihrer Transaktionen. Kritiker werfen Robinhood vor, Kunden wie ein Glücksspielanbieter zu möglichst viel und riskantem Handel zu animieren. Das Unternehmen verteidigt sein Geschäftsmodell damit, den Finanzmarkt zu "demokratisieren".

Quelle: ntv.de, jki

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