Wirtschaft

Gute Zahlen, gute Stimmung Roboterbauer Kuka rockt den MDax

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Kleinroboter oder ganze Robotik-Systemlösungen: Kuka hat alles im Programm.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Autoindustrie fährt in Europa aus der Talsohle - und der Anlagenbauer Kuka ist einer der großen Profiteure. Die Orderbücher sind voll, der Umsatz legt zu. Die Ergebnisseite hat aber noch Luft nach oben. Dennoch feiern die Anleger.

Am deutschen Aktienmarkt sticht unter den Nebenwerten der Roboterhersteller Kuka heraus. Die Titel des MDax-Unternehmens legen in einem leicht positiven Umfeld überdurchschnittlich zu. Am Nachmittag belief sich das Plus auf rund 6,5 Prozent. Damit waren Kuka-Papiere die größten Gewinner im MDax. Kuka hatte Zahlen vorgelegt.

Kuka
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Der Roboter- und Anlagenbauer profitierte dabei im ersten Quartal vom ungebrochenen Trend zur Automatisierung mit roboterbasierten Lösungen. Die Augsburger starteten mit einem Rekordauftragseingang ins Jahr 2014. Die Integration und Restrukturierung des Ende vergangenen Jahres zugekauften Unternehmens Reis Robotics nagt jedoch erwartungsgemäß am Gewinn.

Autoindustrie füllt Orderbücher

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Kukas KR 30-3 ist nach Unternehmensangaben "ein Bewegungskünstler, der einen faustkugelförmigen Arbeitsraum erschließt und für Raum und Kosten sparende Anlagenkonzepte ideal ist".

(Foto: Kuka)

Der Auftragseingang kletterte im ersten Quartal um 27,4 Prozent auf das Rekordniveau von 615,2 Millionen Euro. Dies war laut Kuka der bislang höchste Auftragseingang in einem Quartal. Analysten hatten im Mittel lediglich Ordereingänge von 517 Millionen Euro prognostiziert. Die neu erworbenen Unternehmen Reis und Alema steuerten fast 40 Millionen Euro zum Auftragseingang bei.

Besonders hoch war die Nachfrage aus der Automobilindustrie und aus China. Der Anteil der Ordereingänge aus China erhöhte sich von 11,1 Prozent im Vorjahr auf 15,8 Prozent.

Die Konzernerlöse legten im abgelaufenen Quartal um 6,1 Prozent auf 462,5 Millionen Euro zu. Hier profitierte Kuka nicht zuletzt von den hohen Auftragseingängen aus dem Vorjahr, die nun als Umsatz realisiert werden konnten. Wegen der Kosten für die Integration und die Restrukturierungen des Zukaufs Reis Robotics verdiente Kuka jedoch weniger als vor einem Jahr.

Reis Robotics belastet Ergebnis

So verringerte sich das Ebit auf 27,1 Millionen von 28,4 Millionen Euro im Vorjahr. Die Ebit-Marge ging auf 5,9 Prozent von 6,5 Prozent zurück. Unterm Strich verdiente der MDax-Konzern mit 12,2 Millionen Euro 2,3 Millionen weniger als vor einem Jahr. Kuka-Chef Till Reuter bezifferte die Aufwendungen für die Integration von Reis im ersten Quartal auf einen mittleren einstelliger Millionen-Euro-Betrag.

Der Kuka-Chef hatte die Anleger bereits Ende März darauf eingestimmt, dass Kuka in diesem Jahr die Kosten für die organisatorische Einbindung und Restrukturierung von Reis stemmen muss. In den Folgejahren sollen diese Bemühungen für die Augsburger jedoch Früchte tragen. Während der Telefonkonferenz sagte Reuter, er erwarte, dass die Integration von Reis schnell vonstatten gehen dürfte. Reis wird seit Jahresbeginn voll konsolidiert.

Jahresprognose steht

Am Ausblick für dieses Jahr hält Kuka fest. Demnach sollen die Erlöse auf 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro von 1,77 Milliarden im Jahr 2013 klettern. Dieses erwartete Umsatzplus ist nicht zuletzt der Übernahme von Reis Robotics geschuldet. Die Ebit-Marge dürfte dagegen auf rund 6,0 von 6,8 Prozent im vergangenen Jahr zurückgehen. Auch hier kommt der Zukauf erneut in Form von Ergebnisbelastungen zum Tragen.

Reis Robotics ist wie Kuka in der Industrierobotertechnologie tätig. Das 1957 gegründete Unternehmen machte zuletzt einen Umsatz von rund 150 Millionen Euro. Im Stammhaus beschäftigt Reis 830 Mitarbeiter. Kuka hatte den Zukauf im Dezember bekannt gegeben.

Reuter und Analysten zufrieden

Mit Blick auf den lange Zeit vor sich hin darbenden Automarkt in Europa sagte Reuter, Kuka beurteile den Automarkt in Europa mittlerweile positiver als noch vor einigen Monaten. Man habe in Europa ein "gutes Gefühl" für 2014 und Anfang 2015, sagte Reuter. Kuka macht immer noch einen Großteil seines Geschäfts mit der Automobilindustrie.

Die Ergebnisse des ersten Quartals zeigten, dass der Start in das Jahr gelungen sei, hieß es in einem Kommentar von Equinet. "Nach den guten Auftragseingängen müssen wir unsere Wachstumsannahmen vermutlich noch einmal überdenken," schrieb DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic.

Quelle: ntv.de, bad/rts/DJ