Wirtschaft

Wichtiger Exportmarkt Russlands Sanktionen ärgern Landwirte

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Für Fleisch und Milchprodukte ist Russland ein wichtiger Markt für deutsche Landwirte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Stopp deutscher Agrar-Importe nach Russland bereitet Landwirten hierzulande Sorgen. Denn: Ein Abnehmer weniger bedeutet einen höheren Angebotsdruck in der EU. Ärgern könnten die Sanktionen aber auch die russischen Verbraucher.

Der Deutsche Bauernverband erwartet nach den von Russland verhängten Einfuhrverboten für landwirtschaftliche Produkte auch negative Auswirkungen für Landwirte in Deutschland und Europa. "Der Angebotsdruck im EU-Binnenmarkt dürfte steigen", sagte der stellvertretende Generalsekretär Udo Hemmerling. "Bei unseren Hauptexportprodukten ist Russland schon ein wichtiger Markt, vor allem bei Fleisch und Milchprodukten."

"Allerdings haben wir dort schon seit Herbst praktisch einen Importstopp, weil Russland Risiken in der Lebensmittelsicherheit sieht. Wir sind aber der Auffassung, dass dies auch schon politische Maßnahmen sind", meinte Hemmerling. Andere Produkte wie Rindfleisch, Geflügel oder Getreideprodukte würden ohnehin kaum nach Russland exportiert.

EU-Länder sind wichtigste Abnehmer

Laut dem Bundesministerium für Landwirtschaft zählt Russland zwar neben den USA und der Schweiz zu den wichtigsten Nicht-EU-Abnehmerländern für deutsche Argrarprodukte. Allerdings werden rund 76 Prozent der Waren innerhalb der EU verkauft. Auf Russland hingegen fallen lediglich rund 2,5 Prozent aller deutschen Ausfuhren.

Russland hatte am Mittwochabend als Reaktion auf die Sanktionen des Westens für ein Jahr Einfuhrverbote für landwirtschaftliche Produkte, Käse und Lebensmittel verhängt.  Hemmerling gab zu bedenken, dass auch die Menschen in Russland von den Einfuhrverboten getroffen würden: "Russland schadet sich in Teilen selbst: Die Schweinefleischpreise in Russland sind bereits massiv gestiegen. Der russische Verbraucher zahlt die Sanktionen seiner Regierung praktisch mit."

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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