Wirtschaft

Kosten müssen runter SMA Solar hat schwer zu kämpfen

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Hunderte Stellen werden abgebaut.

(Foto: dpa)

Der Anbieter von Photovoltaik-Wechselrichtern, SMA Solar, hat es auch in diesem Jahr mit einem schwierigen Geschäftsumfeld zu tun. Die Nordhessen wollen sich nun auf strategisch wichtige Entwicklungsprojekte konzentrieren.

Die SMA Solar Technology AG drückt auf die Kostenbremse. Die Fixkosten sollen um mehr als 160 Millionen Euro sinken. Erreicht werden soll dies über eine deutliche Anpassung der Unternehmensstruktur im In- und Ausland, wie der Anbieter von Photovoltaik-Wechselrichtern mitteilte. Die geht einher mit einem massiven Personalabbau.

SMA Solar
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Künftig will sich das Unternehmen aus dem nordhessischen Niesetal auf strategisch wichtige Entwicklungsprojekte konzentrieren. Gleichzeitig werde Wertschöpfungstiefe verringert und die weltweite Infrastruktur konsolidiert, hieß es.

 "Wir haben ... keine andere Wahl, da sich für SMA wichtige Absatzmärkte aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen innerhalb von nur 48 Monaten um fast 75 Prozent reduziert haben", sagte SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon. Die Maßnahmen sollen derart stark greifen, dass SMA auch bei einem niedrigeren Umsatzniveau zukünftig keinen weiteren Stellenabbau vornehmen müsse.

Vor wenigen Tagen hatte SMA den Abbau von 1600 Vollzeitstellen bis zum 30. Juni von derzeit 4667 Stellen angekündigt. Davon entfallen 1300 auf den Standort Deutschland. Die im vergangenen Jahr bereits angekündigten Abbauziele von über 600 Vollzeitstellen seien in den Angaben berücksichtigt.

Verlust erwartet

Für dieses Jahr rechnet der Konzern in einem weiter schwierigen Geschäftsumfeld mit einem Umsatz von 730 bis 770 Millionen Euro. Der Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr sei insbesondere auf einen weiteren Nachfragerückgang in Europa und den hohen Preisdruck zurückzuführen. Operativ (Ebit) werde ein Verlust von 30 bis 60 Millionen Euro erwartet. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen vorläufigen Berechnungen zufolge einen Umsatz von über 790 Millionen Euro erzielt, nach 933 Millionen im Jahr 2013. Damit hat SMA das obere Ende der eigenen Prognosespanne übertroffen. Die Zahlen für das vergangene Jahr will SMA am 26. März veröffentlichen.

Die Maßnahmen, mit denen die Gewinnschwelle der SMA in den kommenden Monaten auf unter 700 Millionen Euro gesenkt werden soll, will Urbon auf dem Kapitalmarkttag konkreter am heutigen Freitag vorstellen. Die Profitabilität der SMA werde maßgeblich von der Umsetzungsgeschwindigkeit der geplanten Maßnahmen bestimmt. Mit einer Nettoliquidität von fast 230 Millionen Euro per Ende 2014 und einer "hohen" Eigenkapitalquote sei SMA weiterhin solide finanziert.

Quelle: ntv.de, wne/DJ