Wirtschaft
Donnerstag, 26. Mai 2011

"Wir müssen jeden Tag kämpfen": SMA Solar will mehr Sonne

Sinkende Umsätze in Deutschland, Wachstum im Ausland: SMA Solar ist da keine Ausnahme. Im Gegensatz zu manch anderem deutschen Solarunternehmen wirtscaftet SMA aber noch mit Gewinn. Das soll sich künftig auch nicht ändern: Der Vorstand sagt der Konkurrenz den Kampf an.

Mehr Konkurrenz, sinkende Rendite: Deutschlands Solarunternehmen haben es nicht leicht.
Mehr Konkurrenz, sinkende Rendite: Deutschlands Solarunternehmen haben es nicht leicht.(Foto: picture alliance / dpa)

Dem Solartechnikkonzern SMA sitzt die Konkurrenz im Nacken. Wegen des zunehmenden Wettbewerbs erwartet der weltweite Marktführer für Solar-Wechselrichter sinkende Renditen. Mittelfristig werde die operative Umsatz-Rendite wohl auf 20 Prozent zurückgehen, sagte Finanzvorstand Pierre-Pascal Urbon vor den Aktionären des TecDax-Unternehmens. Für 2011 stellte er noch eine Ebit-Marge von 21 bis 25 Prozent in Aussicht.

Die im TecDax gelistete SMA-Aktie verlor leicht.

Nachahmer am Werk

Wechselrichter wandeln den in Solaranlagen generierten Gleichstrom in Wechselstrom um. Die Spitzenstellung von SMA in diesem Spezialsegment wird aber von Rivalen attackiert. Der US-Anbieter Power One stieg im vorigen Jahr zur Nummer zwei auf und meldete für das erste Quartal 2011 einen Gewinnschub. "Unser Erfolg zieht Nachahmer an. Wir müssen jeden Tag neu um unsere Kunden kämpfen und das tun wir auch", sagte Urbon, der nach der HV auch das Amt des Vorstandssprechers übernimmt. Der bisherige SMA-Chef Günther Cramer wechselt in den Aufsichtsrat.

Vor allem in Deutschland, mit einem Umsatzanteil von 55 Prozent der wichtigste Markt für SMA, lässt die Nachfrage nach der Kürzung der staatlichen Förderung für Solaranlagen nach. Deshalb werde der Umsatz in Deutschland in diesem Jahr stark fallen, prophezeihte Urbon. "Dies wird aber durch die Auslandsmärkte ausgeglichen." Deshalb setze SMA vor allem auf ein wachsendes Auslandsgeschäft. "Enormes Wachstumspotenzial sehe ich in Nordamerika und Asien", sagte der scheidende Vorstandssprecher Günther Cramer. Insgesamt rechne er im zweiten Quartal mit einer besseren Nachfrage als im schwachen ersten Vierteljahr.

SMA noch profitabel   

Die gesamte Solarbranche war zu Jahresbeginn wegen des kalten Winters und der Förderkürzung in Deutschland und Italien unter Druck geraten. Im Gegensatz zu den Modul- und Solarzellen-Herstellern wie Q-Cells und Solon wirtschaftete SMA Solar im ersten Quartal profitabel, doch die operative Marge brach auf 5,4 Prozent von 27,4 Prozent im Vorjahr ein.

In diesem und im nächsten Jahr wolle SMA Solar jeweils 100 Mio. bis 130 Mio. Euro für Investitionen ausgeben, hieß es in einer Präsentation zur HV. Auch die Aktionäre sollen weiter profitieren: SMA wolle auch in Zukunft 20 bis 40 Prozent des Nettogewinns als Dividende ausschütten, sagte Cramer. Für 2010 zahlt der Konzern 3 Euro je Aktie und schüttet damit insgesamt knapp 20 Prozent des Gewinns als Dividende aus.

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Quelle: n-tv.de

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