Wirtschaft

Schwerer Rechenfehler bei HRE Schäuble weist Kritik zurück

Das Bundesfinanzministerium will nicht für den Milliardenfehler bei der Bad Bank der Hypo Real Estate (HRE) verantwortlich gemacht werden. Ein Sprecher kritisiert die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC). Am Mittwoch gibt es nun eine Besprechung zu der Panne. Die SPD verlangt von Minister Schäuble Aufklärung.

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Wolfgang Schäuble steht wegen des schweren Rechenfehlers bei der staatlichen HRE unter Druck.

(Foto: dpa)

Das Bundesfinanzministerium hat jede Verantwortung für den milliardenschweren Rechenfehler bei der Bad Bank der verstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) zurückgewiesen und den Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers (PwC) kritisiert. "Wir hatten einen testierten Jahresabschluss 2010, der gesagt hat, es ist alles gut", sagte Ministeriumssprecher Martin Kotthaus. Das Ministerium übe nicht die Fachaufsicht über die Bad Bank mit dem Namen FMS Wertmanagement aus. Für die Aufstellung der Bilanz seien die Gesellschaft selbst und der Wirtschaftsprüfer verantwortlich, sagte er.

Die SPD fordert von Finanzminister Wolfgang Schäuble Aufklärung, warum die Öffentlichkeit erst mit großer Verzögerung vom Milliardenfehler bei der Bad Bank erfahren hat. "nach eigenem Eingeständnis sind die unfassbaren Fehler in Schäubles Ministerium schon seit mehreren Wochen bekannt", sagte Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Gleichwohl seien bisher keine Konsequenzen gezogen worden.

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass sich die Bad Bank um insgesamt 55,5 Milliarden Euro verrechnet hat und das Ministerium darüber seit einiger Zeit Bescheid weiß. Die Bilanzsumme der FMS Wertmanagement konnte nachträglich entsprechend reduziert werden, was auch die Schuldenquote Deutschlands drückt. Einfluss auf das wirtschaftliche Ergebnis der Bad Bank hat der Rechenfehler allerdings nicht. Auch der Staatshaushalt profitiert nicht von der geänderten Rechnung.      

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Das Ministerium will nun prüfen, wer für die Panne verantwortlich ist. Für Mittwoch wurde eine Besprechung mit Vertretern der HRE, der Bad Bank, der PwC-Wirtschaftsprüfer und der Finanzmarktstabilisierungsanstalt anberaumt.   

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Was war bei der HRE los?

(Foto: picture alliance / dpa)

"Wir machen mit Hochdruck die Sachaufklärung, wir nehmen die Sache sehr, sehr ernst", sagte Kotthaus. Es gebe eine erste Idee, was passiert sein könne. PwC hatte zuvor mitgeteilt, im Abschluss 2010 seien Forderungen und Verbindlichkeiten aus Derivategeschäften gegenüber demselben Vertragspartner nicht verrechnet worden. Dies sei mit dem Halbjahresabschluss zum 30. Juni 2011 aufgefallen. Die Buchungen seien umgehend korrigiert und die Vergleichszahlen im Abschluss 2010 angepasst worden.

Das Finanzministerium sei erstmals am 4. Oktober über einen eventuellen Korrekturbedarf in Milliardenhöhe unterrichtet worden, sagte Kotthaus. Endgültig bestätigte Zahlen hätten am 11. Oktober vorgelegen, zwei Tage später sei die europäische Statistikbehörde Eurostat unterrichtet worden. Am 21. Oktober hätte das Finanzmarktgremium des Bundestages informiert werden sollen. Da die Sitzung ausgefallen sei, seien die Abgeordneten dann am 28. Oktober umfassend informiert worden.

Quelle: ntv.de, wne/rts/dpa