Wirtschaft

Weltgrößte Containerflotte Maersk dreht am Ruder

RTR2L7TF.jpg

Weltweit die Nummer 1, wenn es um Containerschiffe geht: Moeller-Maersk.

(Foto: REUTERS)

Wenn die Weltwirtschaft fröstelt, bekommt die Seeschifffahrt sofort Fieber: Der dänische Reederei-Konzern Moeller-Maersk versucht die vorübergehende Flaute mit Hilfe eines Stellenabbaus durchzustehen. In den P+S-Werften an der deutschen Ostseeküste hoffen die Schiffbauer dagegen auf Staatshilfe.

DI10020-20120601.jpg125319200414443437.jpg

Ein Schlepper hilft beim Ausdocken eines nagelneuen Einsatzgruppenversorgers in der Peene-Werft der P+S Werften GmbH in Wolgast (Archivbild).

(Foto: dapd)

Die weltgrößte Reederei Moeller-Maersk streicht im Rahmen des Umbaus seiner angeschlagenen Container-Sparte 400 Arbeitsplätze. 250 Stellen würden am Kopenhagener Firmensitz abgebaut, teilte der Konkurrent der Hamburger Hapag-Lloyd mit.

Ziel der Maßnahmen sei es, Entscheidungen schneller treffen und umsetzen zu können. Weltweit hat Maersk nach eigenen Angaben rund 117.000 Mitarbeiter.

Die Schiffsindustrie ist hart vom weltweiten Wirtschaftsabschwung getroffen worden. Die Kapazitäten übersteigen die abgeschwächte Nachfrage und führen bei den Reedereien zu Verlusten. Im vergangenen Monat hatte Maersk mitgeteilt, im laufenden Gesamtjahr mit etwas niedrigeren Ergebnissen als 2011 zu rechnen.

Ein zyklisches Geschäft

A.P. Møller - Mærsk B
A.P. Møller - Mærsk B 1.269,50

Die Auswirkungen der Branchenlage sind auch in Deutschland nicht zu übersehen: An der deutschen Ostseeküste kämpfen derzeit die P+S-Werften ums wirtschaftliche Überleben. Ein Finanzloch von 200 Mio. Euro gefährdet den Fortbestand des traditionsreichen Schiffbauunternehmens mit Anlagen in Stralsund und Wolgast.

Das Land sei zwar grundsätzlich zur Hilfe bereit, sehe aber auch den Bund, die Banken, das Unternehmen und die Belegschaft mit in der Verantwortung. "Wir können das allein nicht stemmen", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering nach einer Krisensitzung in Schwerin.

Weitere staatliche Gelder könnten zudem nur fließen, wenn die EU die Werften mit ihren knapp 2000 Beschäftigten als marktfähig einstufe und den Hilfen zustimme.

"Wir brauchen ein klares Signal aus Brüssel", sagte der SPD-Politiker Sellering und kündigte an, dass er noch diese Woche mit Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) zur EU-Kommission reise. "Die Zeit drängt", betonte der Schweriner Regierungschef.

Quelle: ntv.de, dpa/rts