Wirtschaft

"Operation Broken Trust". Schlag gegen Anlagebetrüger

Die US-Justiz geht mit aller Macht gegen windige Anlageberater vor, die vor allem von Familien und Rentnern Milliarden ergaunert haben sollen. Hunderte dieser sogenannten Mini-Madoffs ziehen die US-Behörden nun aus dem Verkehr - nach monatelangen Ermittlungen.

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Polizei und FBI arbeiten zusammen - im Kampf gegen Anlagebetrüger.

(Foto: REUTERS)

US-Ermittler haben bei dem bislang umfangreichsten Schlag gegen Anlagebetrüger hunderte Verdächtige dingfest gemacht. Durch Schneeballsysteme und andere Gaunereien hätten sie mehr als 120.000 Menschen um insgesamt über 10 Mrd. Dollar (7,6 Mrd. Euro) betrogen, teilte das US-Justizministerium mit. Minister Eric Holder sprach von "atemberaubenden Zahlen". Die "Operation Broken Trust" (Operation Gebrochenes Vertrauen) sei die erste landesweite Aktion gewesen, die sich gegen ein breites Spektrum von Betrügereien gerichtet habe.

Die Fahnder hätten dreieinhalb Monate lang ermittelt und bislang in mehr als 340 Fällen strafrechtliche Verfahren eingeleitet, in rund 190 Fällen zivilrechtliche. 87 Betrüger seien bisher zu Haftstrafen verurteilt worden, in einigen Fällen zu mehr als 20 Jahren Gefängnis.

"Für Familien verheerend"

Federführend war eine von Präsident Barack Obama Ende 2009 ins Leben gerufene Task Force für den Kampf gegen Anlagebetrügereien, an der auch die US-Börsenaufsicht SEC und die amerikanische Bundespolizei FBI beteiligt sind. "Die Operation unterstreicht die Ausmaße des Problems und die Folgen für Menschen aus allen Lebensbereichen", sagte FBI-Vizedirektor Shawn Henry. «Be"rug durch bekannte Firmen oder Manager machen die meisten Schlagzeilen, aber andere Gaunereien sind für hart arbeitende Familien und Rentner genauso verheerend", sagte SEC-Chefermittler Robert Khuzami.

"Viele der Kriminellen hätten mit dem Geld der Investoren einen großzügigen Lebensstil finanziert", sagte Minister Holder weiter. Einer der Betrüger mit Sitz in Florida habe seine Anleger um 880 Mio. Dollar gebracht und damit seine Privatjacht, ein Strandhaus und seinen Mercedes bezahlt.

Die Schwachen als Opfer  

Ebenfalls in Florida habe ein Betrüger vor allem Opfer unter der aus Haiti eingewanderten Bevölkerung gefunden. In Ohio machte ein früherer Polizist unter pensionierten Ermittlern und Feuerwehrleuten Kasse. In Chicago zockte ein Betrüger hunderte arglose Anleger ab, darunter viele ältere Einwanderer aus Italien.

Der bislang größte Betrugsfall der Finanzgeschichte war der des Milliardenbetrügers Bernard Madoff: Dieser war im Juni 2009 von einem Gericht in New York zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Ex-Broker hatte mit einem rund 65 Mrd. Dollar schweren Schneeballsystem weltweit unzählige Anleger geschädigt.

Quelle: ntv.de, dpa