Wirtschaft

"Koste es, was es wolle" Spanien muss sparen

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Jose Luis Rodriguez Zapatero

(Foto: REUTERS)

Der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hat seine Landsleute auf einen schmerzvollen Sparkurs eingeschworen. "Wenn wir noch mehr Einschnitte vornehmen oder noch mehr sparen müssen, werden wir das tun", sagte der sozialistische Regierungschef der "Financial Times". "Wir werden in der Zukunft danach beurteilt, ob wir nach und nach alle Maßnahmen des Haushaltsplans umgesetzt haben - wir werden das tun, koste es, was es wolle."

Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone will ihr Haushaltsdefizit von 11,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bis 2013 wieder unter die EU-Obergrenze von drei Prozent senken. Dafür hat sie einen Plan vorgelegt, der Einsparungen von 50 Milliarden Euro vorsieht. Die EU-Kommission hat das Defizit-Ziel Spaniens als "ausgesprochen optimistisch" bezeichnet.

Spanien gehört wie Griechenland, Irland, Italien und Portugal zu den Staaten im Euro-Raum mit den größten Haushaltsproblemen. Das südeuropäische Land droht nach Einschätzung von Experten wie Griechenland in unruhiges Fahrwasser zu geraten, sollte es seinen Haushalt nicht sanieren. Als Zentral für den Sparplan der Regierung in Madrid gilt ein Abspecken des öffentlichen Dienstes sowie Reformen am Arbeitsmarkt.

Kein Rückfall in die zweite Liga

Zapatero sagte, Gespräche mit Firmen und Gewerkschaftsvertretern hätten bereits begonnen. "Wir tun dies sehr intensiv und wollen eine Einigung, die mehr Flexibilität ermöglicht. Zugleich sollen Sicherheiten und Arbeitnehmerrechte gewahrt bleiben", sagte er weiter. Die Regierung rechnet mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote in diesem Jahr auf 19 Prozent.

Zapatero zeigte sich zuversichtlich, die finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen. "Spanien wird nicht in die zweite Liga zurückfallen. Ja, die Zeiten sind schwierig, aber wir werden mit den starken Ländern in der ersten Liga bleiben."

Das südeuropäische Land leidet noch immer unter den Folgen der geplatzten Blase am Immobilienmarkt, die die Bauwirtschaft nach langjährigem Boom zum konjunkturellen Bremsklotz gemacht hat. In diesem Jahr wird mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung gerechnet. Spanien rangiert in der Euro-Zone hinter Deutschland, Frankreich und Italien.

Quelle: ntv.de, wne/rts