Wirtschaft

Erfolgreich Spanien pumpt Geldmarkt an

Die krisengeplagte Regierung nimmt 3,5 Mrd. Euro mit fünfjährigen Anleihen auf. Die Ratingagentur erwägt derweil die Herabstufung der Kreditwürdigkeit.

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Premieer Rodriguez Zapatero dürfte zufrieden sein.

(Foto: REUTERS)

Spanien hat sich trotz einer drohenden Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Moody's erneut erfolgreich frisches Geld am Kapitalmarkt beschafft. Wie das Finanzministerium in Madrid mitteilte, wurden 3,5 Mrd. Euro mit fünfjährigen Anleihen aufgenommen. Angestrebt worden war eine Summe zwischen 2,5 und 3,5 Mrd. Euro. Die durchschnittliche Verzinsung lag mit 3,657 Prozent nur leicht über dem Wert der bislang letzten Fünfjahresanleihe am 6. Mai (3,532 Prozent). Die Nachfrage war größer als das Angebot: Das Ministerium sprach von einer 1,7-fachen Überzeichnung.

Moody's hatte angekündigt, in den kommenden drei Monaten eine Herabsetzung der Kreditwürdigkeit Spaniens um ein oder zwei Stufen zu prüfen. Die Wachstumsperspektive des hochverschuldeten Landes sei schwach, hieß es zur Begründung.

Das spanische Finanzministerium wies diese Einschätzung zurück. Die Befürchtungen seien "unbegründet". Dennoch belastete die Ankündigung die Kurse an der Madrider Börse. Der Leitindex Ibex-35 gab zeitweise um bis zu zwei Prozent nach.

Angeschlagene Sparkassen

Als einzige der großen Ratingagenturen bewertet Moody's Spanien derzeit noch mit der besten Bonitätsnote AAA. Als erste hatte im April Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit herabgestuft, im Mai folgte dann Fitch.

Spanien steht vor allem wegen seiner Schwierigkeiten im Sparkassensektor im Fokus der Anleger. Die Risikoaufschläge für spanische Anleihen waren zuletzt merklich gestiegen. Im Juli muss das Land Anleihen im Wert von fast 25 Mrd. Euro zurückzahlen.

Im Kampf gegen das hohe Haushaltsdefizit von zuletzt 11,2 Prozent trat in Spanien eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um zwei Punkte auf 18 Prozent in Kraft. Die Regierung rechnet in diesem und im nächsten Jahr dadurch mit zusätzlichen Einnahmen von rund sieben Mrd. Euro. Es ist die erste Erhöhung dieses Steuer seit 1995. Allerdings könnten höhere Mehrwertsteuern den Konsum und damit die Konjunktur bremsen.

Zur Eindämmung der Schuldenkrise war bereits im Mai ein Sparpaket von zusätzlich 15 Mrd. Euro verabschiedet worden. Es sieht unter anderem eine Kürzung der Beamtengehälter sowie eine Nullrunde für Rentner im nächsten Jahr vor. Bis 2013 will Spanien sein Haushaltsdefizit auf die zulässigen 3,0 Prozent senken.

Quelle: n-tv.de, dpa

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