Wirtschaft
Spanien: Auge in Auge mit der Krise.
Spanien: Auge in Auge mit der Krise.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 27. Februar 2012

Das Ziel klar verfehlt: Spaniens Defizit viel zu hoch

Das Ziel ist klar gesteckt: 6,0 Prozent Defizit. Doch Spanien liegt deutlich darüber, verfehlt sogar die jüngsten Schätzungen der eigenen Regierung. Kein gutes Zeichen, aber bei einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung bei gleichzeitiger Rekordarbeitslosigkeit ist das Ganze nicht wirlich überraschend. 2012 ist das Ziel nicht minder ehrgeizig.

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Eine Überraschung, die nur wenig überrascht: Das Haushaltsdefizit im hoch verschuldeten Spanien ist noch höher als bislang angenommen. Der Fehlbetrag habe im vergangenen Jahr bei 8,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gelegen, teilte Finanzminister Cristobal Montoro mit. Nach ersten Schätzungen war die konservative Regierung von einem Defizit von 8,2 Prozent ausgegangen. Bei der EU hatte sich das Land gar dazu verpflichtet, das Defizit auf 6,0 Prozent zu reduzieren.

In diesem Jahr will sie das Defizit auf 4,4 Prozent senken und dafür mehr als 40 Mrd. Euro einsparen. Allerdings hatte die EU-Kommission angedeutet, die Sparziele für Spanien und andere Schuldenländer wegen des Wirtschaftsabschwungs zu lockern. Die Verschuldungsquote liegt bei 65 Prozent.

Die EU-Kommission hatte kürzlich in ihrer Konjunkturprognose für dieses Jahr für Spanien einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von rund einem Prozent vorausgesagt. Dies beinhaltet aber noch nicht die im Raum stehenden zusätzlichen Einschnitte. Denn die neu gewählte Regierung legt erst Ende März den Haushalt für 2012 vor und arbeitet noch an weiteren Sparmaßnahmen.

Das Land leidet vor allem an den Folgen einer geplatzte Immobilien- und Kreditblase sowie hoher Arbeitslosigkeit. Im 4. Quartal hatte fast jeder vierte Spanier keine Arbeit. Die Arbeitslosenrate stieg von Oktober bis Dezember im Vergleich zum Vorquartal nochmals an - auf 22,85 Prozent von 21,5 Prozent. 5,27 Millionen Spanier waren damit ohne Job.

Quelle: n-tv.de