Wirtschaft

Probleme im Geschäft mit Saatgut Syngenta packt den Sparplan aus

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"2013 entsprach nicht unseren Erwartungen": Syngenta-Chef Mike Mack (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Steigende Kosten in der Produktion und eine folgenschwere Fehlkalkulation bei Mais bescheren dem Saatgut-Riesen Syngenta eine unerwartet schlechte Ernte. Konzernchef Mack muss reagieren. Ein Sparplan kommt, die Dividende steigt dennoch.

Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta erlebt einen Gewinneinbruch: Der Überschuss sei 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 1,64 Milliarden Dollar gesunken, teilte Syngenta kurz vor Börsenstart mit. Syngenta blieb damit unter den ohnehin schon vorsichtigen Markterwartungen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Jahresgewinn von 1,7 Milliarden Dollar gerechnet.

Als Grund für die überraschend schwache Entwicklung führte Konzernchef Mike Mack vor allem Probleme im Geschäft mit Saatgut an. Hier mussten die Schweizer neben einer - bereits bekannten - Abschreibung auf zu viel produziertes Mais-Saatgut von 170 Millionen Dollar zusätzlich noch höhere Produktionskosten verkraften.

Syngenta-Chef will sparen

"Unser finanzielles Abschneiden 2013 entsprach nicht unseren Erwartungen", gestand Mack ein. Angesichts des Gewinneinbruch will er nun die Kostenbremse ziehen: Der Konzern muss sich auf ein Sparprogramm einstellen.

Die Aussichten für Aktionäre sollen davon allerdings nicht beeinträchtigt werden. Trotz des Gewinneinbruchs erhöht das Syngenta-Management den Dividendenvorschlag für das abgelaufene Jahr auf 10,00 Franken je Titel nach 9,50 Franken im Vorjahr.

Einschnitte in der Forschung

Um künftig profitabler zu arbeiten, verordnet Mack dem Baseler Konzern eine Rosskur, mit der die Kosten bis 2018 um eine Milliarde Dollar jährlich sinken sollen. Rund 400 Millionen Dollar sollten jeweils in der Produktion sowie im Verkauf eingespart werden, weitere 200 Millionen in der Forschung.

Erste Resultate der Bemühungen erwartet der Bayer-Rivale bereits dieses Jahr: Aufgrund niedriger Kosten sollte die Bruttomarge steigen. 2013 zogen die Erlöse konzernweit um 3 Prozent auf 14,69 Milliarden Dollar an.

An der Börse nahmen Anleger die Mischung aus Gewinneinbruch und Sparplänen verhalten auf. Auf Xetra gaben die Aktien zunächst etwas stärker nach als der schwache Gesamtmarkt. Am frühen Morgen hatte es geheißen, die vorbörslich vorgelegten Syngenta-Zahlen könnten auch die Kurse der Wettbewerber belasten.

"Syngenta hat sowohl beim Umsatz wie auch auf der Ertragsseite die Markterwartung verfehlt", kommentierten Händler das Ergebnis mit Blick auf die Kurse der beiden Dax-Werte Bayer und BASF. Der Chemiekonzern BASF, der ebenfalls mit einer Sparte in der Agrarchemie aktiv ist, will am 25. Februar die Bücher öffnen. Bayer hat seine Bilanzvorlage für den 28. Februar angekündigt.

Quelle: ntv.de, mmo/DJ/rts

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