Wirtschaft

Zähe Konjunktur bremst Geschäfte TI und STMicro im Kriechgang

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TI prognostiziert ungewöhnlich niedrigen Umsatz für laufendes Quartal.

(Foto: REUTERS)

Europas Schuldenkrise und die maue US-Konjunktur bremsen den US-Chiphersteller Texas Instruments und den europäischen Rivalen STMicro aus. Die Kunden und Vertriebspartner seien wegen des weltwirtschaftlichen Umfelds immer vorsichtiger bei der Erteilung neuer Aufträge, heißt es.

Der Chipbranche stehen angesichts der weltweiten Konjunkturflaute wohl schwierigere Zeiten bevor: Der US-Halbleiterhersteller Texas Instruments (TI) sowie sein europäischer Rivale STMicroelectronics berichteten wegen der Kaufzurückhaltung vieler Verbraucher bei Computern, Handys und Autos von schwachen Geschäften im Sommer. TI erwartet auch im laufenden Quartal nur laue Umsätze. Branchenprimus Intel hatte vergangene Woche bereits seine Umsatzprognose kassiert. Auch AMD und dessen deutscher Rivale Infineon fuhren zuletzt ihre Prognosen zurück. TI-Aktien sanken nachbörslich um rund ein Prozent, die in Paris gehandelten Aktien von STMicro gaben um mehr als fünf Prozent nach.

Die Halbleiter von TI kommen in einer ganzen Reihe von Produkten zum Einsatz - vom Handy bis zu Spezialgeräten für die Industrie. Das Unternehmen teilte am Montag nach US-Börsenschluss mit, der Gewinn sei im zweiten Quartal um gut ein Drittel auf 446 Mio. US-Dollar gesunken. Der Umsatz ging auf 3,34 Mrd. US-Dollar zurück nach 3,46 Mrd. US-Dollar im Vorjahresquartal. Kunden und Händler seien wegen der allgemeinen Konjunkturschwäche "zunehmend zurückhaltend bei Neubestellungen", erklärten TI-Manager - obwohl die Firmen nur geringe Mengen an Chips auf Lager hätten.

Im laufenden dritten Quartal erwartet TI daher Umsätze, die deutlich niedriger ausfallen dürften als in einem solchen Zeitraum üblich - in einer Spanne von 3,21 bis 3,47 Mrd. US-Dollar. Im Mittel könnte TI damit auf dem Niveau des abgelaufenen Quartals landen. Üblich war in den vergangenen Jahren aber ein Anstieg vom zweiten zum dritten Quartal von rund sechs Prozent. Finanzchef Kevin March räumte ein, es sei in der Tat unüblich, dass der Umsatz wohl nicht so deutlich steigen werde. "Es ist aber ein bisschen schwierig, daraus konkrete Folgerungen abzuleiten", sagte er. Es könne auch sein, dass die Kunden kurzfristig bestellten, weil sie wüssten, dass TI schnell liefern könne.

STMicro verbucht Minus

STMicroelectronics musste für das zweite Quartal sogar einen Verlust verbuchen, und zwar in Höhe von 75 Mio. US-Dollar. Im Vorjahr standen noch schwarze Zahlen in der Bilanz, nämlich 420 Mio. US-Dollar. Der Umsatz sank um knapp 20 Prozent auf 2,15 Mrd. US-Dollar. Im Juni habe sich der Auftragseingang wegen der schwächeren Weltkonjunktur verlangsamt, teilte das Unternehmen mit.

Die geringe Nachfrage der Verbraucher hat bereits die Marktforscher von Gartner dazu bewegt, für die ganze Technologie-Branche Trübsal vorherzusagen. Demnach stagnierte zuletzt der weltweite Absatz von Computern; der Handymarkt war zu Jahresbeginn sogar geschrumpft. Die Chipbranche war bereits Mitte des vergangenen Jahres weltweit ins Schlingern geraten. Kunden bauen aus Angst vor einer weltweiten Rezession lieber erst ihre Lagerbestände ab als neu zu bestellen.

Quelle: n-tv.de, rts/dpa

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