Wirtschaft

"Wir können Mord ausschließen" Tata-Chef Karl Slym ist tot

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(Foto: REUTERS)

Ein mysteriöser Todesfall erschüttert die indische Automobilindustrie: Der Chef des aufstrebenden Autobauers Tata Motors stürzt auf Geschäftsreise in Bangkok von einem Hotelbalkon im 22. Stock in die Tiefe.

Unter bislang ungeklärten Umständen ist der Geschäftsführer von Indiens größtem Autohersteller Tata Motors, Karl Slym, in Bangkok ums Leben gekommen. Der international bekannte Konzernchef fiel offenbar aus einem Hotelfenster und stürzte aus größer Höhe in den Abgrund.

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Ungewöhnlich früh schlossen die Behörden eine Gewalttat aus: Der 51-jährige sei nicht ermordet worden, sagte ein Sprecher der Polizei in der thailändischen Hauptstadt. Er wollte allerdings keine weiteren Angaben dazu machen, auf welche Grundlagen sich diese Annahme stützt und wie die Ermittler bereits so kurz nach dem Vorfall zu diesem Schluss gelangen konnten. Der 51-jährige Slym war am Sonntag aus dem 22. Stock des Luxushotels Shangri-La am Chao Phraya-Fluss gefallen. Seine Leiche wurde auf einem Balkon in der vierten Etage des Hotels gefunden.

"Wir können Mord ausschließen", sagte Polizeileutnant Somyot Boonyakeow wörtlich. "Die Todesursache wird noch untersucht." Presseberichten zufolge deuten die bisher bekannten Umstände auf eine Selbsttötung hin. Im Hotelzimmer des Managers soll ein Schriftstück aufgefunden worden sein, das einem Abschiedsbrief ähnele. Zudem ließe sich das fragliche Hotelfenster nicht vollständig öffnen. Der zum Lüften vorgesehene Spalt sei klein, hieß es aus Ermittlerkreisen, "er muss sich Mühe gegeben haben, um sich durchzuzwängen".

Der in dem Hotelzimmer gefundene Brief werde nun kriminaltechnisch untersucht, erklärte ein Sprecher der thailändischen Behörden. Offenbar befand sich die Ehefrau Slyms ebenfalls in dem Zimmer; sie sei derzeit nicht vernehmungsfähig.

Nach Angaben einer Sprecherin von Tata Motors in Indien sollte noch im Verlauf des Tages in Bangkok eine Autopsie durchgeführt werden. Sie habe keine weiteren Angaben zur Todesursache, sagte sie.

Slym, ein britischer Staatsbürger, war seit 2012 für Tata tätig. Er hielt sich mit seiner Frau zu einer Vorstandssitzung von Tatas thailändischer Tochterfirma in Bangkok auf. Slym war unter anderem auch zuständig für das Tata-Geschäft in Indien und im Ausland, aber nicht für die Marken Jaguar und Land Rover.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/dpa