Wirtschaft

Vertrag bis 2016? Telekom will Obermann halten

Dass der Telekom-Aufsichtsrat große Stücke auf Rene Obermann hält, ist bekannt. Nun wollen die Kontrolleure Nägel mit Köpfen machen und den Vertrag mit dem 47-Jährigen um weitere fünf Jahre verängern. Der Aufsichtsrat tagt am Donnerstag.

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Rene Obermann leitet die Deutsche Telekom seit November 2006.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Deutsche Telekom will ihren Vorstandschef Rene Obermann nach Informationen aus Unternehmenskreisen länger an sich binden. Der Telekom-Aufsichtsrat werde am Donnerstag auf seiner Sitzung über eine Vertragsverlängerung Obermanns um weitere fünf Jahre entscheiden, hieß es. Voraussichtlich werde Obermann den Dax-Konzern dann bis 2016 leiten. Der Aufsichtsrat kommt am Nachmittag zu seiner Sitzung zusammen.

Das Kontrollgremium hatte Obermann bereits vor drei Monaten den Rücken gestärkt, als publik wurde, dass die Bonner Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen angeblicher Bestechung auf dem Balkan ermittelt.

Damals begann der Aufsichtsrat vorzeitig mit den Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung. Offiziell kann das aber erst am Donnerstag beschlossen werden, ein Jahr vor dem Ende des laufenden Vertrags. Das schreibt das deutsche Aktienrecht vor. Vom Bonner Konzern gab es dazu keine Stellungnahme.

Telekom sichert sich PTC

Unterdessen hat die Telekom nach jahrelangem Streit ihre polnische Mobilfunktochter Polska Telefonia Cyfrowa (PTC) komplett unter ihre Kontrolle gebracht. Die Telekom zahle dafür 1,4 Mrd. Euro an den französischen Mischkonzern Vivendi und die polnische Elektrim und erhalte nun die noch ausstehenden Anteile an PTC, wie der Bonner Konzern mitteilte. Der größte Teil des Geldes gehe an Elektrim.

Zuvor hatte die Telekom rund 49 Prozent an dem drittgrößten polnischen Mobilfunkbetreiber gehalten. Einschließlich der ersten Rate für den Kaufpreis aus dem Jahr 2006 von 700 Mio. Euro musste die Telekom damit für die restlichen Anteile und die Beilegung aller Rechtsstreitigkeiten 2,1 Mrd. Euro aufwenden.

Für die Telekom geht mit der Einigung eine mehr als zehn Jahre währende juristische Auseinandersetzung zu Ende. Als der Bonner Konzern damals einen rund 49-prozentigen Anteil an PTC gekauft hatte, ging ein weiterer Teil an dem polnischen Unternehmen an Vivendi. Allerdings war dieser Milliarden-Deal umstritten - und beschäftigte seitdem rund 50 Gerichte in fünf Ländern. Vor dem nächsten Gerichtstermin in Polen Ende Dezember haben sich die beiden Konzerne nun doch noch gütlich geeinigt.

Polen ist für die Telekom einer der wichtigsten Märkte in Osteuropa. Der Konzern verspricht sich dort bessere Wachstumschancen als etwa auf dem gesättigten deutschen Telekom-Markt. Zuletzt musste PTC allerdings mit Gegenwind kämpfen - die Zahl der Handy-Kunden sank binnen zwölf Monaten um 200.000 auf 13,3 Mio.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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